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Gabriellas FanFic
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Gabriella
Jägerin


Age: 22
Anmeldungsdatum: 09.10.2004
Beiträge: 1583
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: Sa Okt 01, 2005 10:51 am    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, hier für Jaret und Buffy24 Teil 9:

Sunnydale, Randbezirk, gleiche Zeit

„Und wo ist er jetzt hin?“ Buffy sah sich ungeduldig um.

Riley sah auf seinen Radar und schüttelte verwundert den Kopf. „Er ist wie vom Erdboden verschluckt.“

Vor etwa zehn Minuten hatte Rileys Gerät einen Vampir angezeigt. Und da es helllichter Tag war, musste es einer dieser Sektenmitglieder sein. Also hatten die beiden den Untoten bis hierher verfolgt. Doch plötzlich hatten sie seine Spur verloren.

„Er kann doch nicht einfach so weg sein.“ Die Jägerin stöhnte frustriert auf.

„Vielleicht bedeutet das, dass wir ganz nah an ihrem zweiten Versteck dran sind.“, versuchte Riley seine Freundin aufzumuntern, als sein Radar anfingt zu piepsen.

„Er ist hinter uns.“, informierte er die Jägerin.

Beide drehten sich ruckartig um und konnten gerade noch eine Gestalt erkennen, die in eine schmale Gasse floh. Sofort setzten sie ihr hinterher.

Buffy bog als erste um die Ecke und lachte dann schadenfroh auf. Der Weg war eine Sackgasse. Der Vampir versuchte sich vor ihnen zu verstecken, doch die Jägerin holte ihn ein und schleuderte ihn gegen einen Müllcontainer.

„Was willst du hier? Wohnt ihr etwa hier? Und wenn ja, wo?“, verhörte sie ihn in scharfen Ton und näherte sich ihm betont langsam.

„Ich wollte mich nur vor der Sonne verstecken, weil mein schöner Mantel schon angefangen hat, zu schmoren.“, antwortete der Untote und gab sich endlich zu erkennen.

Buffy versetzte ihm dafür einen Faustschlag ins Gesicht. „Wegen dir ist uns dieser andere Vampir entgültig durch die Lappen gegangen.“, fauchte sie Spike an.

„Hey, ich hab euch doch nur verfolgt, weil ich jetzt weiß, wo diese Typen sind.“, verteidigte sich der blonde Untote und wischte sich einen Bananenschale von seinem schwarzen Mantel.

„Ach wirklich? Wahrscheinlich wolltest du nur wissen, wohin wir gehen. Es hätte ja sein können, das wir diese Sekte für dich finden.“, warf ihm Riley vor.

„Ich brauche euch nicht als Spürhunde. Da kriege ich alleine sehr viel besser hin.“, konterte Spike verärgert.

Buffy schubste ihn wieder wütend gegen den Container. „Du wolltest uns doch deine Informationen verraten.“, erinnerte sie ihn.

„Na schön. Ich hab gestern einen sehr interessanten Informanten getroffen, der mir wirklich wichtige Details verraten hat.“, begann Spike mit verschwörerischer Stimme.

Die Jägerin sah ihn genervt an. „Und?“, hakte sie gespielt gelangweilt nach.

„Er hat mir verraten, wo sich diese Vampire aufhalten. Sie sind hier ganz in der Nähe.“ Der blonde Vampir machte eine Pause und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Wirklich? Das wussten wir schon vorher. Entweder du erzählst uns was Neues oder wir lassen dich allein hier auf die Nacht warten.“, drohte ihm Riley und Buffy nickte zustimmend.

Spike warf ihm einen bösen Blick zu. Doch dann gab er schnell seine abwehrende Haltung auf, als Buffy ihn wieder mit voller Wucht gegen den Container drückte.

„Okay, okay. Nicht gleich wieder brutal werden. Ihr müsst einfach nur die Straße weiter. Da vorne ist eine große leerstehende Fabrik mit anschließenden eingezäunten Gelände. Das ist der Eingang. Die Vampirsiedlung befindet sich laut meines Informanten auf dem Gelände.“

Die Jägerin und Riley sahen sich skeptisch an.

„Es deckt sich mit dem Verschwinden des Vampirs. Die Fabrik ist ganz in der Nähe.“, wandte der Ex-Soldat ein.

„Und nach meinen Infos haben die da auch ein Schutzschild aktiviert. Das stört wahrscheinlich deinen Radar.“, fügte Spike mit einem abschätzigen Blick auf Rileys Gerät hinzu.

„Gut, dann gehen wir jetzt besser. Viel Spaß noch, Spike.“, verabschiedete sich die Jägerin mit einem sarkastischen Unterton in der Stimme und stolzierte davon. Riley folgte ihr, ohne den blonden Vampir noch eines Blickes zu würdigen.

„Hey, und was ist mit mir?“, beschwerte sich Spike, doch die beiden beachteten ihn nicht mehr.

„Ist dir aufgefallen, dass er keine Decke oder sonst irgendetwas Vergleichbares zum Schutz dabeihatte?“, erwähnte Riley scheinbar beiläufig, während sie um die Ecke bogen.

„Da hat sich wohl jemand nachts an der Vampirbodylotion vergriffen.“, schlussfolgerte Buffy.

„Und was machen wir mit ihm?“, hakte Riley interessiert nach.

„Wenn er uns noch mal in den Rücken fällt, jag ich ihm entgültig nen Pflock ins Herz.“, antwortete die Jägerin grimmig.

Giles’ Wohnung, gleiche Zeit

Willow streute ein schwarz-blaues Pulver über die Stadtkarte von Sunnydale, während sie und Tara eine Zauberformel sprachen. Dann warteten sie. Schon nach wenigen Sekunden leuchteten am Stadtrand eine ganze Reihe von winzigen Punkten auf. Sie konzentrieren sich auf einem Gelände einer große Fabrik.

„Endlich. Wir haben ihn doch noch überlistet.“ Die rothaarige Hexe stand sofort auf, um Buffy anzurufen.

„Buffy? Es hat zwar etwas länger gedauert, aber wir wissen jetzt, wo die Sekte steckt. Die Vampire befinden sich in einer Fabrik am Stadtrand.“, informierte sie ihre Freundin am Telefon.

„Ich weiß. Wir sind schon dort. Wir haben einen der Vampire bis dorthin verfolgt.“, antwortete die Jägerin.

„Es sind ziemlich viele. Kommt ihr allein klar?“, erkundigte sich Willow besorgt. Sie hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen, da sie Buffy nicht schon früher mit Informationen versorgt hatte.

„Wir werden uns erst mal umsehen. Wenn wir eure Hilfe brauchen, melden wir uns.“, versprach die Jägerin. „Und danke für die Info.“, fügte sie hinzu, bevor sie auflegte.

„Willow.“

Taras nervöse Stimme lenkte Willows Aufmerksamkeit auf ihre Freundin. Tara zeigte mit beunruhigtem Gesichtsausdruck auf einen einzelnen Punkt weit weg von den anderen.

Die rothaarige Hexe näherte sich der Karte und erkannte, dass dieser Punkt heller leuchtete als die Anderen.

„Siehst du das? Das bedeutet, dass dieser Vampir über große magische Fähigkeiten verfügt. Und er ist im Wald.“ Tara sah ihre Freundin ängstlich an.

„Der Priester! Und dort sind Xander, Anya und Giles!“ Schnell wählte Willow Xanders Nummer. Doch auf ihren Anruf antwortete nur die Mailbox.

„Verdammt. Sein Handy ist aus.“, informierte sie Tara.

Ihre Freundin sammelte sofort einige Zauberutensilien zusammen und packte sie ein. Die beiden jungen Frauen verließen schleunigst die Wohnung, um ihren Freunden rechtzeitig zu Hilfe kommen zu können.

Lichtung, gleiche Zeit

„Verdammt!“ Xander verfluchte den leeren Akku seines Handys.

„Und was jetzt?“, wollte Anya von ihm wissen und sah sich beunruhigt um.

Ihr Freund warf einen vorsichtigen Blick in das Loch im Boden.

„Dann müssen wir uns eben selbst darum kümmern.“, antwortete er zögerlich.

Anya blickte ebenfalls in das Loch hinein und versuchte, irgendetwas zu erkennen. Doch die Dunkelheit, die dort unten herrschte, machte es unmöglich. Die Ex-Dämonin wurde mutiger und näherte sich dem Loch. Als sie sich bückte, sah sie plötzlich die Stufen, die in die Tiefe führten.

„Da ist eine Treppe.“, informierte sie Xander. Dieser sah sich sofort nach irgendeiner Lichtquelle um. Er umrundete den zerstörten Altar und entdeckte eine Tür rechts von ihnen.

„Bleib hier. Ich bin gleich wieder da.“, erklärte er seiner Freundin und bahnte sich einen Weg Richtung Tür, ohne eine Antwort von Anya abzuwarten.

Die ehemalige Rachedämonin blieb mutig, wo sie war. Doch kaum war Xander in dem angrenzenden Raum verschwunden, schnappte sie sich ein langes Holzbrett und sah sich nervös nach möglichen Angreifern um.

Wenige Sekunden später tippte ihr jemand auf die Schulter. Erschreckt drehte sie sich um und schlug Xander fast das Brett um die Ohren.

„Hey, ich bin’s doch nur.“, beschwerte er sich grinsend und nahm ihr das Brett aus den Händen. Dann zeigte er ihr, was er in dem kleinen Nebenraum gefunden hatte: Eine alte
Öllampe, ein paar Kerzen und Streichhölzer.

Wie zu erwarten schnappte sich Anya die Lampe, bevor er überhaupt reagieren konnte. „Gut. Gehen wir, bevor dieser Steinwerfer wiederkommt.“, kommandierte sie und ging voraus.

Kopfschüttelnd folgte Xander ihr die Stufen hinab, während er die erste Kerze anzündete und die restlichen in die Hosentaschen steckte.

Das schwache Licht der Lampe und der Kerze erleuchteten ihren Weg nur unzureichend. Dabei warfen die Flammen flackernde Schatten an die dunklen Steinwände, die Xander und Anya am Fuße der Treppe erwarteten. Die Ex-Dämonin blieb ängstlich stehen und ließ ihren Freund vorbeigehen.

Xander leuchtete den Weg vor ihnen aus. Sie befanden sich in einem Vorraum von geringer Größe. Er maß höchstens neun Quadratmeter. Nur ein Gang führte wieder aus ihm hinaus.

„Da haben wir ja eine Riesenauswahl.“, bemerkte Xander lakonisch.

In diesem Moment ertönte der Schrei eines Tieres. Anya schrie erschrocken auf, doch ihr Freund beruhigte sie schnell. „Das war nur ein Schaf. Glaube ich jedenfalls.“

Seine Freundin sah ihn zweifelnd an. „Schauen wir doch einfach nach.“, schlug Xander vor, der sich seiner Sache sicher war. Er ging in den Gang hinein und sah sich dann nach Anya um. „Du kannst natürlich wieder zurückgehen und riskieren, von einem Stein erschlagen zu werden.“, neckte er sie. Mit mürrischem Gesichtausdruck folgte sie ihm.

Ihre Schritte hallten an den Wänden aus dunklem Stein wider, von denen das Wasser tropfte. Xander versuchte vergeblich, das Ende des Ganges und das, was dahinter lag, zu erkennen.

„Wir hätten Schwerter mitnehmen sollen. Oder Äxte. Aber nein, wir haben nur lumpige Pflöcke dabei.“, murmelte Anya verärgert vor sich hin.

Ihr freund blieb urplötzlich stehen und lauschte. „Hörst du das auch?“, wollte er flüsternd von ihr wissen.

Anya horchte angestrengt und sah ihn dann verwundert an. „Haben die nen Bauernhof hier unten?“, erkundigte sie sich dann verwirrt.

Die beiden liefen weiter. Mit jedem Meter wurden die Tiergeräusche lauter. Endlich konnte Xander auch das Ende des Ganges erkennen. Schließlich standen sie vor einem riesigen Raum und betrachteten erstaunt, was sich darin befand: Vor ihnen erstreckten sich mehrere eingezäunte Bereiche, in denen sich nach Tierart getrennt Kühe, Schweine und Schafe befanden. Dazwischen waren Wege angelegt, sodass jedes Gatter bequem zu Fuß zu erreichen war. Schwaches Licht von mehreren im Raum verteilten Fackeln erleuchtete den Raum.

„Und die Theorie mit der hauseigenen Metzgerei war also Schwachsinn, ja?“, kommentierte Xander den improvisierten Bauernhof unter der Erde.

„Wie viel Vampire sind das denn?“, fragte sich Anya laut, während sie die Tiere betrachtete, deren Anzahl in die Tausende ging.

Xander ging weiter in den Raum hinein. „Vielleicht ist diese Sekte hungriger als andere Vampire?!“, vermutete er zweifelnd.

Plötzlich quiekte ein Schwein. Der Schrei klang, als hätte es Todesangst. Unruhe kam in die übrigen Tiere in seiner Nähe. Xander blickte in die Richtung, aus dem das Quieken kam und konnte gerade noch erkennen, wie das Tier von irgendetwas Riesigem in die Luft gehoben wurde. Er verfolgte das Tier mit seinem Blick und lief einige Meter weiter. Dann stutzte er. Das konnte doch nicht sein. Das Schwein war einfach in der gegenüberliegenden Wand verschwunden. In diesem Moment ertönte ein knirschende Geräusch, als würden Knochen von Steinen zermahlen werden. Xander blieb abrupt stehen. Das, was er für die gegenüberliegende Wand gehalten hatte, bewegte sich.

Der Dämon musste über drei Meter groß und fast genauso breit sein.

„An, ich weiß jetzt, warum unser Attentäter uns nicht weiter belästigt hat. Er hat wohl darauf vertraut, dass dieser Kerl uns schon erledigt.“, informierte er seine Freundin, die mit entsetztem Gesichtsausdruck den riesigen Dämon anstarrte.
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Gabriella
Jägerin


Age: 22
Anmeldungsdatum: 09.10.2004
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BeitragVerfasst am: Fr Okt 14, 2005 4:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry für die lange Zwischenpause, aber ich hatte n bisschen Unistress.

Also, hier kommt Teil 10 (für alle, die's noch lesen Very Happy ):

Wald, ein paar Minuten zuvor

Giles richtete sich vorsichtig auf und versteckte dabei das Tagebuch unter seinem Hemd. Er schluckte und traute sich nicht, sich umzudrehen und der Wahrheit ins Auge zu sehen. Er konnte es immer noch nicht fassen.

Doch er war inzwischen viel zu sehr Profi, um seinem Gegner seine Fassungslosigkeit anmerken zu lassen.

„Ich dachte, wir waren schon dabei, uns mit Vornamen anzureden.“ Er drehte sich zu dem Anderen um. „Richard.“

Caldwell bedachte ihn mit einem müden Lächeln und entblößte dabei seine spitzen Eckzähne. „Ich dachte, unter den gegebenen Umständen sollten wir von vorne anfangen. Glauben Sie nicht auch, Rupert?“, erwiderte er spöttisch.

Giles versuchte die Wut, die in ihm hoch kochte, zu unterdrücken. Schließlich konnte er nicht genau sagen, wie es passiert war.

„Ich dachte, man hätte Ihnen das Genick gebrochen?!“, erkundigte er sich im Plauderton bei dem Vampir. „Ich wusste nicht, dass man davon schon zum Vampir wird. Aber Sie haben mich wieder eines Besseren belehrt.“

Caldwell lachte laut auf. „Das Leben an der Front hat Sie schlagfertiger werden lassen. Und es hat Sie auf zweierlei Art arbeitslos gemacht, wenn ich das richtig gehört habe.“ Das Gesicht des Vampir wurde wieder kalt, während er sich dem Wächter näherte. „Sie sind nicht gerade besonders geschickt vorgegangen. Es gibt auch unauffälligere Methoden, seine Jägerin bei der Reifeprüfung zu helfen.“

Giles blieb ruhig. Er wusste, Caldwell wollte ihn nur aus der Reserve locken. Also ging er nicht auf die Provozierung des Vampirs ein und versuchte stattdessen, seinen Gegner auszufragen.

„Ja, zum Beispiel sich zum Vampir machen zu lassen und alle glauben zu machen, man wäre tot.“, konterte er.

„Strenggenommen bin ich ja auch tot.“ Caldwell legte den Kopf schief. Ein deutlich vernehmbares Knacken ertönte. „Ich war auch nicht begeistert davon, mir das Genick brechen zu lassen. Aber es war die einzige Möglichkeit, von den Bisswunden abzulenken. Jedenfalls solange, bis meine Verwandlung vollständig abgeschlossen war.“

„Und dann sind Sie einfach verschwunden und hierher zurückgekehrt? Warum diese Reise? War Ihnen England schon so zuwider?“, hakte Giles nach.

Wieder lachte Caldwell schallend. „Ich kam gar nicht bis nach London. Ich bin schon hier in Sunnydale vor dem Rat geflohen. Die Gefahr, doch noch entdeckt zu werden, war einfach zu groß.“

Giles runzelte die Stirn. „Wir haben Sie begraben.“ Der Vampir grinste. „Das war Steven Mitchell. Eine Reinigungskraft in der Pathologie. Einer meiner Kristalle hat ausgereicht, um ihm für drei Wochen mein Aussehen zu verleihen. Natürlich ohne die Bissspuren.“

„Und der Genickbruch war dafür gedacht, den Gerichtsmediziner zu täuschen.“, schlussfolgerte Giles.

„Der Rat sollte mich doch nicht mit einem Pflock in der Hand erwarten, wenn ich als Vampir wiederauferstehe, oder?“ Caldwells Grinsen verschwand aus seinem Gesicht. „Genug geredet. Ich hätte jetzt gern mein Tagebuch wieder.“, fuhr er fort und streckte seine Hand nach Giles aus.

Der Wächter wich unwillkürlich zurück. „Wieso holen Sie es sich nicht?“, erwiderte er dann herausfordernd und machte sich bereit, einen Angriff abzuwehren.

Gegen seine Erwartungen stürzte sich Caldwell auf ihn, anstatt Magie zu gebrauchen. Das verschaffte Giles einen Vorteil: Er wusste, hätte Caldwell ihn mit Magie angegriffen, hätte er wohl nicht lange überlebt. Doch im Kampf Mann gegen Mann hatte er wenigstens eine reelle Chance.

Er wich Caldwells Attacke geschickt aus und rammte ihm den Ellebogen in die Seite. „Sie hätten vielleicht trainieren sollen. Sie sind nämlich trotz Ihrer Vampirkräfte immer noch ziemlich schlecht in Form.“, stichelte er, während Caldwell fauchend sein Vampirgesicht aufsetzte.

Dann sprang er Giles mit unglaublicher Wucht und Schnelligkeit an, dass der Wächter zu Boden ging.

„Wer ist hier schlecht in Form?“, konterte Caldwell und näherte sich dem Hals des Wächters.

Alte Fabrik, ein paar Minuten später

Mit einem schwungvollem Sidekick öffnete Buffy die verriegelte Seitentür. Diese schwang auf und machte den Blick auf eine riesige Fabrikhalle frei.

Die Jägerin trat vorsichtig ein und sah sich ausgiebig um. Riley folgte ihr auf den Fuß.

Vor ihnen erstreckte sich die Halle, die bis auf ein paar Holzkisten vollkommen leer war.

„Sieht nicht gerade bewohnt aus.“, urteilte Buffy skeptisch.

Langsam ging sie weiter. Ihre Absätze klackerten über den Betonboden und die Wände warfen das Geräusch dreimal so laut wieder zurück. Die Jägerin entdeckte die Fenster direkt unter der Hallendecke, durch die das Sonnenlicht die Fabrik erhellte.

„Vielleicht ist das eine Falle.“, sprach Riley zögerlich seine Vermutung aus.

„Hoffen wir’s nicht für Spike. Sonst kann er was erleben.“, knurrte Buffy und holte Van Helsing, ihren Pflock, hervor. Auch Riley wappnete sich für einen Kampf und gab seiner Freundin dabei Rückendeckung.

Die Jägerin durchquerte die Halle nun mit schnellen Schritten und steuerte auf eine Tür auf der anderen Seite zu. „Mal sehen, wo es da hingeht. Vielleicht finden wir dort unsere Vampire.“, klärte sie Riley auf, der immer wieder einen prüfenden Blick hinter sich warf. Ihm gefiel das Ganze überhaupt nicht.

Vorsichtig öffnete Buffy die Tür und spähte in den anliegenden Raum. Dieser war vollgestopft mit Bücherregalen.

Hier würde sich Giles pudelwohl fühlen, ging es der blonden Jägerin durch den Kopf.

Das einzige andere Möbelstück außer den Regalen war ein Tisch, dessen Oberfläche mit den verschiedensten Chemikalien und Zaubertränken vollgestellt war. Buffy öffnete die Tür ganz und sah sich genauer um. Doch von einem oder mehreren Vampiren fehlte jede Spur. Also trat sie ein.

Riley blieb vorsichtshalber draußen, um einen eventuellen Hinterhalt zu verhindern.

Neugierig näherte sich Buffy dem Tisch. Was diese Vampire wohl mit dem ganzen Zeug vorhatten? Vielleicht sollte das ja eine verbesserte Version ihrer Sonnenschutzcreme werden?! Die Jägerin untersuchte vorsichtig die Reagenzgläser und Fläschen, doch das half ihr nicht weiter. Willow konnte mit diesem Zeug bestimmt was anfangen, dachte sie sich und überlegte, ob sie vielleicht ein paar Fläschen mitgehen lassen sollte.

In diesem Moment flog Riley an ihr vorbei und krachte in das Bücherregal, was der Tür direkt gegenüberstand. Blitzschnell wandte sich Buffy dem Angreifer zu. Oder besser gesagt der Angreiferin.

Eine hochgewachsene Vampirin mit langen schwarzen Haaren und asiatischem Einschlag stand vor ihr.

„Hey! Die einzige, die meinen Freund durch die Luft schleudert, bin ich. Wer bist du überhaupt?“, wollte die Jägerin wissen, um Zeit zu gewinnen und ihre Gegenspielerin zu studieren.

„Tschuldigung. Normalerweise leben meine Opfer nicht lang genug, damit ich mich vorstellen kann. Ich bin Selena.“, antwortete die Untote mit einem gefährlichem Lächeln und näherte sich Buffy wie ein Raubtier seiner Beute.

Buffy musste bei diesem Namen sofort an die Warnung der ersten Jägerin denken: „Der Mond ist dein wahrer Feind.“ War der Name der griechischen Mondgöttin nicht ähnlich? Sie war sich nicht sicher. Aber ihr Instinkt sagte ihr, dass Selena der Feind war, vor dem ihre Vision sie gewarnt hatte.

Aber damit wurde sie schon fertig, sagte sie sich. Sie musste den Vampir nur von Riley fernhalten. In diesem Moment gab ihr Freund ein gequältes Stöhnen von sich. Buffy atmete erleichtert auf. Gott sei Dank war er noch am Leben.

Nach außen hin blieb sie cool. „Tolle Sammlung. Kriegst du keinen Kerl ab oder warum hast du nichts anderes zu tun als lesen?“, provozierte sie ihre Gegnerin, die als Antwort fauchend ihr Vampirgesicht aufsetzte.

„Warum sollte ich mir auch so ein Weichei wie deinen Freund zulegen, der bei dem kleinsten Schubser gleich in die Knie geht?“, konterte Selena.

Dann stürzten sich die beiden aufeinander.

Versteckter Raum hinter den Bücherregalen, gleiche Zeit

Merinos sah durch einen Spalt zwischen den Regalen den beiden Kontrahentinnen lächelnd beim Kämpfen zu.

Diese blonde Jägerin hatte Mut und Einfallsreichtum, der sie bis jetzt vor dem Sterben bewahrt hatte. Bis jetzt. Aber das alles würde ihr nichts helfen. Selena hatte Buffy jahrelang studiert. So gut, dass ihre Gegnerin verlieren würde. Früher oder später. Aber sterben würde sie ganz sicher.

Ein kaum hörbares Geräusch hinter seinem Rücken ließ ihn herumfahren.

„Was tust du hier?“, fauchte er seinen Gast wütend, aber leise an.

Sein Gegenüber antwortete nicht und gab sich auch nicht zu erkennen, sondern blieb im Schatten verborgen.

„Ich habe dich etwas gefragt.“ Der Priester streckte seine rechte Hand aus und sein gast ging mit einem lauten Schmerzensschrei zu Boden. Keuchend hielt er sich den Kopf, während er wieder aufstand.

„Ich wollte Ihnen einen Vorschlag machen.“, antwortete Spike schließlich mit wutverzerrtem Gesicht.
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Buffy24
Scooby-Gang Mitglied


Age: 25
Anmeldungsdatum: 13.09.2005
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: So Okt 16, 2005 8:57 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich lese es noch und finde es immer noch sehr gut und spannend. Wie viele Teile sollen es denn werden?
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Gabriella
Jägerin


Age: 22
Anmeldungsdatum: 09.10.2004
Beiträge: 1583
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: Sa Okt 22, 2005 6:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 11


Unterirdischer Bauernhof, gleiche Zeit

Wie hypnotisiert starrten Anya und Xander auf den riesigen Dämon.

„Glaubst du, er hat uns schon gesehen?“, flüsterte die Ex-Rachedämonin ihrem Freund zu.

„Wenn wir Glück haben, hält er uns für Schafe.“, antwortete Xander nur und Anya gab ihm dafür einen Stoß in die Rippen.

„Er frisst Schafe.“, erinnerte sie ihn.

„Ja, aber er hat grade erst eins gefressen. Jetzt kommt bestimmt ein Schwein dran.“, versuchte Xander seine Freundin zu beruhigen.

In diesem Moment bewegte sich der Dämon wieder. Die beiden Scoobies wichen erschrocken zurück. Doch ihr Gegenüber beachtete sie gar nicht, sondern schnappte sich ein Schwein aus einem der Gehege.

„Siehst du?“ Xander sah seine Freundin triumphierend an.

„Jetzt weiß ich, warum du angeblich so ein Dämonenmagnet bist. Die fühlen sich von dir verstanden.“, konterte Anya und vergaß dabei, dass sie selbst vor kurzem noch ein Dämon gewesen war.

Xander ignorierte ihre Bemerkung und sah sich mit einem Seitenblick auf ihren Gegner nach einer Waffe um.

„Was machen wir jetzt?“, wollte Anya flüsternd wissen, während sie ängstlich auf ihren Gegner schielte.

„Wir müssen irgendetwas finden, mit dem wir uns verteidigen können.“ Xander begutachtete die Umzäunung der Gehege. Das Holz schien sehr stabil zu sein, aber er bezweifelte, dass man damit den Dämon töten konnte.

„Wenn wir nur wüssten, was das für ein Dämon ist. Vielleicht hat er ja irgendwelche Schwächen.“, murmelte Xander vor sich hin.

„Also, wenn das der Dämon ist, der auf dem Altar dargestellt war, dann ist es ein Nahagar.“ Anya näherte sich dem Riesen, um ihn genauer zu betrachten. Dabei achtete sie darauf, möglichst außerhalb der Reichweite seiner Arme zu bleiben.

„Ja, das ist einer. Sie sind ziemlich selten. Fast schon ausgestorben. Sie wurden von Menschen und Dämonen gejagt, weil ihr Blut angeblich ungeahnte Kräfte besitzt. D’Hoffryn hätte auch gern so einen gehabt.“, bestätigte sie nach einer kurzen Weile.

„Und? Irgendwelche Schwächen?“, hakte Xander nach.

„Du meinst, außer der Tatsache, dass er unglaublich schwerfällig ist?“, antwortete Anya mit einem entschuldigenden Lächeln.

„Du hast also keine Ahnung.“, schlussfolgerte ihr Freund und die Ex-Dämonin nickte.

In diesem Moment zog der Nahagar scharf die Luft ein. Der Zug war so stark, dass Anyas Haare um ihren Kopf flatterten. Erschreckt sah sie auf ihren Gegner. Sie war ihm zu nahe gekommen. Jetzt konnte er sie riechen.

„Hmm. Menschenfleisch.“, dröhnte der Dämon plötzlich und streckte seine Hände nach Anya
aus.

Obwohl er sie nicht erreichen konnte, wich sie entsetzt vor ihm zurück. Xander kam zu ihr und stellte sich schützend vor sie.

Plötzlich begann die Erde zu beben, als der Dämon sich zu seiner vollen Größe aufrichtete. Panisch beobachteten Xander und Anya, wie er vor ihren Augen immer größer und größer wurde und schließlich mit dem Kopf an die sechs Meter hohe Decke stieß.

Schreiend drehten sich die beiden Menschen um und flohen in den Gang zurück.

Im Wald

Giles hatte es geschafft, seinen Hals außer Reichweite der Vampirzähne zu bringen. Er holte aus und schlug seinem Gegner seinen Kopf ins Gesicht. Der Vampir taumelte zurück und der Wächter beeilte sich, wieder auf die Füße zu kommen.

Doch sein Gegner erholte sich ziemlich schnell von Giles’ Attacke und sprang ihn wieder an. Diesmal war der Wächter jedoch darauf vorbereitet und wich Caldwell aus. Dabei rammte er ihm dem Vampir seinen Ellebogen in den Rücken.

Der Untote rollte sich ab und sprang wieder auf die Füße. „Jetzt reicht’s aber.“, fauchte er. Statt Giles wieder anzugreifen , hob er nur seine rechte Hand. Wenige Sekunden später flog Giles durch die Luft und knallte so hart auf den Waldboden, dass ihm erst mal die Luft wegblieb.

„Eigentlich wollte ich Ihnen eine faire Chance lassen.“, erklärte Caldwell, während er langsam auf den Wächter zuschlenderte. Giles brachte bei diesen Worten nur ein müdes Lächeln zustande. Als ob Caldwell ihn am Leben lassen würde! Stöhnend kam er wieder auf die Füße, nur um gleich wieder von einer Magieattacke durch die Luft geschleudert zu werden.

„Wird Ihnen das nicht auf Dauer etwas zu langweilig?“, frotzelte Giles, während er sich zum zweiten Mal aufrappelte.

„Ganz im Gegenteil. Ich könnte ewig so weitermachen.“, konterte der Vampir und schleuderte einen Energieblitz nach Giles. Doch der Wächter sprang zur Seite und rollte sich ab. Caldwell fauchte wütend.

Giles nutzte den Augenblick und nahm etwas Erde von seiner Ausgrabung in die Hand. Dann schnellte er nach vorne, täuschte einen Frontalangriff vor und warf seinem Gegner die Erde in die Augen. Der Vampir taumelte zurück, bevor er Giles’ rechten Fuß in den Magen bekam. Knurrend rieb der Untote sich die Augen, um die Fremdkörper loszuwerden und versuchte dabei, Giles’ Attacken abzuwehren.

Der Wächter wich geschickt Caldwells unkontrollierten Gegenangriffen aus. Der Vampir strauchelte und Giles nutzte die Chance, seinen Pflock zu ziehen. Darauf hatte sein Gegner nur gewartet. Für einen kurzen Augenblick wurde er nicht angegriffen. Er lokalisierte in Sekundenschnelle mithilfe seines hochempfindlichen Gehörsinns Giles’ Standpunkt, als dieser seine Waffe hervorholte. Diesmal war sein Angriff gezielt: Die Magieattacke schleuderte den Wächter meterweit durch die Luft. Er knallte gegen einen Baumstamm und rutschte an ihm zu Boden. Giles’ Pflock rollte über den Waldboden und verschwand im Gebüsch.

„Schluss mit den Spielchen!“, knurrte der Vampir wütend.

Der Wächter stöhnte auf. Seine Rücken fühlte sich taub an. Schmerzwellen schossen durch seinen ganzen Körper, als er versuchte, aufzustehen. Ergeben ließ er sich zurücksinken. Er hoffte, Buffy würde herausfinden, dass Caldwell ein Vampir geworden war und ihn erledigen.

Sein Gegner näherte sich ihm langsam und schien jeden Schritt zu genießen.

„Wenn Sie denken, Ihre Jägerin würde das mit mir herausfinden, irren Sie sich. Wenn sie nicht schon längst tot ist, wird sie mit Merinos noch genug zu tun haben. Und wenn er erledigt ist, wird alles danach aussehen, als hätte sie ihre Gegner besiegt. Und dann werde ich da sein, um sie hinterrücks zu vernichten. Und niemand von Ihrer Truppe wird es auch nur ahnen.“, erklärte er Giles, als er schließlich mit triumphierendem Gesichtsausdruck vor ihm stehen blieb.

„Das denke ich nicht.“, ertönte plötzlich eine Stimme. Und diesmal war es Caldwell, der meterweit durch die Luft geschleudert wurde.

Versteckter Raum hinter den Bücherregalen

Merinos verschränkte die Arme vor der Brust.

„Und? Was wollen Sie?“, wollte er gelangweilt von Spike wissen.

Hinter den Bücherregalen ertönte ein lauter Knall. Die Möbelstücke wackelten. Der blonde Vampir warf einen interessierten, aber kurzen Blick hinter sich, wandte sich aber schnell wieder seinem Gegenüber zu.

„Ich biete Ihnen wichtige Informationen über die Jägerin und ihren Freunden aus erster Hand.“, antwortete er dem Priester.

Merinos hob wenig begeistert eine Augenbraue.

„Und was willst du dafür?“, erkundigte er sich genervt. Er konnte sich schon denken, was der andere Vampir wollte.

Spike setzte sein todernstes Gesicht auf, das seinem Gegenüber signalisierte, dass er nicht verhandeln würde. „Ich will Mitglied in eurem Club werden.“

Der Priester sah ihn kurz an, bevor er antwortete: „Nein.“

Spikes eiskalte Fassade bröckelte innerhalb von Sekunden in sich zusammen. Wütend knurrte er Merinos an. „Warum nicht?“, rief er, während er zornig durch den kleinen Raum stolzierte.

Der Priester seufzte nur anstatt zu antworten. Dann hob er seine rechte Hand und aktivierte gelangweilt den Chip in Spikes Hirn. Sofort ging der blonde Vampir zu Boden und hielt sich den Kopf.

„Deswegen.“, antwortete Merinos überflüssigerweise.

Spike kam fluchend wieder auf die Beine.

„Und ich dachte, ihr wärt richtig fähige Leute. Scheinbar seid Ihr doch nicht so mächtig, wie man sich sagt. Wollt Ihr mir wirklich erzählen, Ihr könnt diesen Chip nicht zerstören. Schließlich könnt Ihr ihn doch auch aktivieren.“, schimpfte er.

„Du bist einfach nicht vertrauenswürdig genug.“, erklärte der Priester knapp und ging langsam an Spike vorbei zum Bücherregal, um Selena und Buffy beim Kampf zuzusehen. Dabei bemerkte er nicht das bösartige Lächeln des blonden Vampirs, dessen linke Hand in seine Manteltasche wanderte.

„Außerdem habe ich schon genug Informationen über die Jägerin, ihre Freunde und ihre Vertrauten, um sie und ihr Team zur Strecke zu bringen.“, fügte der Priester hinzu, ohne Spike auch nur anzusehen.

Wenn er das getan hätte, hätte er wahrscheinlich auch erahnt, was dem blonden Vampir durch den Kopf ging: ‚Da wäre ich mir nicht so sicher.’


@ Buffy24: Vielen Dank für das Lob Very Happy .
Zu deiner Frage: Ich hab noch keine Ahnung, wieviel es genau noch wird, aber mit dem nächsten Teil gehts in die heiße Phase des Endkampfs Very Happy . Ich versuch mich auch zu beeilen.
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Zimtkatze24
Dämon


Age: 28
Anmeldungsdatum: 21.10.2004
Beiträge: 428
Wohnort: Ingolstadt

BeitragVerfasst am: Mi Okt 26, 2005 9:41 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Gabriella,

macht Spaß, deine FanFic zu lesen... ich freu mich schon auf den nächsten Teil Smile

Die Story ist stimmig und liest sich locker flockig... das mag ich gerne...

Grüßle,
Zimtkatze
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Gabriella
Jägerin


Age: 22
Anmeldungsdatum: 09.10.2004
Beiträge: 1583
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: Di Nov 01, 2005 1:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 12
(Hat zwar länger als ne Woche gedauert, ist dafür aber doppelt so lang Very Happy )

Selenas Labor, gleiche Zeit

Buffy krachte gegen ein weiteres Bücherregal, das unter ihrem Gewicht zusammenfiel.

„Wenn du so weitermachst, musst du deine Bücher bald auf dem Boden stapeln.“, ärgerte sie ihre Gegnerin, während sie sich aufrappelte und Holzstücke von sich schleuderte.

Selena war wirklich eine harte Gegnerin. Seit die Vampirin sie angegriffen hatte, war sie nur durch die Luft geflogen. Sie schien stärker als ein normaler Vampir zu sein und Buffy fragte sich allmählich, ob Selena nicht bei einem Dopingtest durchfallen würde. Bei soviel Chemikalien und Zaubertränken war der Untoten so ein Mittelchen zur Verstärkung ihrer Kräfte durchaus zuzutrauen.

„Hey, egal, was du geschluckt hast: Es wäre nur fair, mir auch etwas abzugeben. Dann würde der Kampf vielleicht auch mehr Spaß machen.“, versuchte sie Selena ein Geständnis zu entlocken, doch die Vampirin blieb ihr wieder mal eine Antwort schuldig. Stattdessen grinste sie die Jägerin nur bösartig an und näherte sich ihr blitzschnell. Doch diesmal war Buffy darauf vorbereitet und reagierte schnell genug: Sie rammte der Vampirin ihr Knie in den Magen und ließ sie mit einem Sidekick durch die Luft fliegen.

Leider flog Selena nicht so weit, wie Buffy gehofft hatte. Und sie stand schnell wieder auf. Zu schnell. Dafür änderte die Vampirin ihre Taktik: Sie schien die Lust daran verloren zu haben, ihre Möbelstücke mit Buffys Körper zu zertrümmern und deckte die Jägerin nun mit einer raschen Abfolge von Schlägen und Tritten ein. Buffy kam diese Abfolge instinktiv bekannt vor und sie konterte dementsprechend mit der jeweiligen Abwehrtechnik.

Selena knurrte frustriert, als sie bei ihrer Gegnerin keinen Treffer mehr landen konnte und beschleunigte ihr Tempo. Langsam kam Buffy ins Schwitzen. Verzweifelt suchte sie nach einer Lücke in der Angriffstechnik der Vampirin. In Gedanken ging sie alle Möglichkeiten durch, doch Selenas Geschwindigkeit machte einen Gegenangriff unmöglich.

Schließlich entschloss sich Buffy zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie wich einem Faustschlag aus statt ihn abzublocken und brachte damit Selena für einen Sekundenbruchteil aus dem Gleichgewicht. Diesen nutzte sie, um unter dem nächsten Schlag ihrer Gegnerin hinwegzutauchen und die Vampirin mit einem schnellen Kick gegen die Beine zu Fall zu bringen. Dann brachte sie genügend Abstand zwischen sich und Selena, um eine kurze Pause vor dem nächsten Angriff zu haben.

Erst jetzt merkte sie, wie erschöpft sie eigentlich war. Nicht nur Selenas ungewöhnliche Schnelligkeit machten ihr zu schaffen, sondern auch die Härte, mit der ihre Gegnerin zuschlug. Diese Frau war für einen normalen Vampir viel zu stark. Entweder hatte sie wirklich einen Trank erfunden, der sie stärker machte oder irgendetwas anderes verlieh ihr diese Kraft. Selenas Stil ließ nicht auf ein sehr langes Leben als Vampir schließen, denn er war nicht ausgefallen genug und auf die Kampftechniken beschränkt, die Buffy bisher von ihren beiden Wächtern Merrik und Giles gelernt hatte. Aber vielleicht kam Selena hier nicht viel raus und war zu sehr mit der Zusammenstellung dieser Salbe beschäftigt gewesen.

Die beiden Kontrahentinnen umkreisten sich. Buffy nutzte diese Verschnaufpause, um Selena weiter auszufragen.

„Du scheinst dich schon lange nicht mehr ausgetobt zu haben. Oder hast du extra deine ganze Kraft für mich aufgehoben?“

Die Vampirin legte den Kopf schief und tat so, als würde sie ernsthaft über diese Frage nachdenken. Dann schüttelte sie den Kopf.

„Nein. Eigentlich habe ich es nicht nötig, gegen dich jahrelang meine Kräfte zu sammeln. Schließlich hast du mir nicht viel Neues zu bieten. Ich bin noch nicht so lange tot, dass deine Kampftechnik mir irgendetwas anhaben könnte. Schade. Ich dachte, ich könnte von dir noch was lernen.“, erwiderte Selena übertrieben überheblich.

Als Antwort bekam sie von Buffy einen wütenden Faustschlag ins Gesicht. Dadurch hatte aber die Jägerin auch den Abstand zu ihrer Gegnerin verringert. Selena grinste, als sie Buffy packte und ihr das Knie in den Magen rammte. Die Jägerin keuchte, hielt sich aber aufrecht und blockte einen weiteren Angriff halbherzig ab. Sie ging schrittweise rückwärts, während sie versuchte, nicht zu viele Treffer einzustecken.

Dabei bemerkte sie jedoch nicht, dass Selena sie in die Richtung eines Bücherstapels lotste. Buffy wich zwar geschickt dem Stapel aus, trat dabei aber auf ein aufgeschlagenes Buch. Die Seiten rutschten unter ihren Füßen weg und die Jägerin verlor das Gleichgewicht. Sie krachte in die übriggebliebenen Trümmer zweier kaputter Regale hinter ihr. Sofort holte Selena aus und schlug ihr mit einem schweren Buch ins Gesicht. Blut tropfte aus der Nase der Jägerin.

Buffy konnte sich gerade noch vor einem Frontkick in Sicherheit bringen. Wie ein verängstigter Teenager aus einem billigen Horrorfilm krabbelte sie von ihrer Gegnerin weg hinter den bereits umgekippten Tisch. Sie ignorierte die Wunden, die ihr die Scherben der Reagenzgläser in die Haut schnitten.

Sie hörte, wie ihre Gegnerin langsam auf sie zukam.

„Hast du sie auch getötet? Oder war es der Priester?“ Buffy wusste nicht, warum sie diese Frage stellte. Ob sie Selena ablenken oder einfach nur Zeit gewinnen wollte.

Die Vampirin blieb stehen. „Wen?“, hakte sie lauernd nach.

„Die Jägerin, die euch verfolgt hat. Sandra Chao.“, antwortete Buffy mit einem unguten Gefühl im Magen.

Anstatt zu antworten prustete Selena los und lachte immer lauter, bis ihr die Tränen kamen. Dann fiel es Buffy wie Schuppen von den Augen: Der Kampfstil des Rates, das asiatische Aussehen, die ungewöhnliche Stärke....

„Du bist Sandra Chao.“, schlussfolgerte Buffy und erhob sich. Sie drehte sich zu ihrer Gegnerin um und sah, wie diese augenblicklich verstummte und wieder ernst wurde. Für einen kurzen Moment glaubte Buffy, eine tiefe Traurigkeit in Selenas Augen aufflackern zu sehen.

Die Vampirin schnaubte. „Dieses Wissen wird dich auch nicht mehr retten.“ Doch es klang eher verbittert als überheblich.

Buffy machte sich bereit für einen weiteren Angriff, fragte sich dabei jedoch, wie Sandra zum Vampir geworden war und vor allem, wer es getan hatte.

Wald, 1993

Mit tränenüberströmten Gesicht lief Sandra weiter. Weg von der Lichtung und weg von ihrem Wächter. Ihr Instinkt sagte ihr, dass es eine Falle war, dass der Priester sie zu sich locken wollte und Caldwells Leben sowieso schon so gut wie beendet war. Sobald sie vor dem Vampir stand , würde er ihren Wächter töten. Vor ihren Augen. Wenn sie zurückging, würden sie beide sterben.

Caldwell hatte ihr beigebracht, immer ihrem Instinkt zu vertrauen, denn er hatte ihnen beiden schon so oft das Leben gerettet. Einmal hatte er sogar scherzhaft behauptet, sie hätte hellseherische Fähigkeiten, da ihr Instinkt ihm schon unheimlich wurde.

Mit jedem Schritt flossen mehr Tränen über ihre Wangen. Sie sagte sich immer wieder, dass sie zurückkommen und ihren Wächter rächen würde. So zwang sie sich Meter für Meter vorwärts.

Vor sich sah sie plötzlich, wie die Bewaldung lichter wurde. Sie erkannte, dass sie bald den Wald verlassen würde.

Mit jedem Schritt aus dieser Hölle wurde ihr immer deutlicher, dass sie ihren Wächter im Stich gelassen hatte.


Merinos drehte sich um, als er das Rascheln im Gebüsch hörte. Doch es war nur einer seiner Untergebenen. Frustriert schnaubte er auf.

„Sie ist nicht in der Nähe. Sie ist weg.“, informierte ihn der Vampir und wurde dafür von ihm zu Staub verwandelt.

„Sie kommt nicht. Sie weiß, dass sich hier in der Nähe Dutzende von euch versteckt halten,
um sie anzugreifen.“, kicherte Caldwell und spuckte das Blut aus, das sich in seinem Mund gesammelt hatte.

Wieder schlug ihm Merinos brutal ins Gesicht. Ein Knochen knackte und der Wächter merkte an dem Schmerz, dass der Vampir gerade seine Nase gebrochen hatte.

„Wollten Sie mir nicht das Genick brechen?“, ärgerte er seinen Gegenüber.

Merinos ignorierte ihn. Doch in ihm brodelte es. Sein Plan, die Jägerin auf seine Seite zu ziehen, war fehlgeschlagen. Jetzt würde sie wahrscheinlich mit einer ganzen Horde von Wächtern hier auftauchen und versuchen, ihn auszulöschen. Das konnte er nicht riskieren. Nicht, nachdem er seinem Ziel so nahe gekommen war.

Er musste ein Druckmittel finden.

Plötzlich grinste er und sah den Wächter bösartig an. Er hatte ja eins. Langsam kam er auf den schwerverletzten Caldwell zu.

„Du willst also, dass ich dir das Genick breche, hm? Keine Sorge. Das werde ich noch. Aber zuerst habe ich noch etwas viel Besseres mit dir vor.“, erklärte er, packte Caldwells Kopf und biss ihm in den Hals.

Der Wächter riss erschrocken die Augen auf. Doch mit jedem Schluck, den der Vampir von ihm trank, glitt er sanft in einen tiefen Schlaf hinab. Kurz, bevor er beschloss, nun für immer die Augen zu schließen, ertönte eine verführerische Stimme in seinem Kopf.

„Du willst schlafen? Trink und du wirst für immer schlafen können.“

Der letzte Rest seines noch wachen Verstandes warnte ihn davor, doch die Stimme wurde immer mächtiger und klang so wunderschön. Und das, was sie sagte, ergab Sinn. Zwar konnte er nicht sagen, welchen, aber was eine solche Stimme sagte, konnte doch nicht falsch sein?!

Sein Verstand schrie gegen die Hypnose des Priesters an, wurde aber immer leiser und verschwand schließlich völlig. Folgsam öffnete Caldwell den Mund und trank das Blut des Vampirs.

Unterirdischer Gang, 2000

Anya und Xander rannten zurück in den Raum mit dem Eingang. Hinter ihnen erschütterten die Schritte des riesigen Dämons das Tunnelsystem und ließen Steinsplitter auf sie herabregnen.

Der Gang drohte entgültig einzustürzen, als der viel zu große Dämon versuchte, sich hineinzuzwängen.

„Wir müssen hier raus.“, rief Xander seiner Freundin zu und sah sich nach ihrem Verfolger um. „Wie haben die den bloß hier reingekriegt?“, wollte er verwundert wissen.

„Wahrscheinlich haben sie ihn ausgebrütet. Die Eier des Nahagar sind etwas so groß wie die von einem Strauß.“, informierte ihn Anya, während sie nacheinander die Stufen hinaufrannten.

Als sie an der Mitte der Treppe angekommen waren, wurde es auf einmal totenstill. Das Erdbeben hörte abrupt auf und das Dröhnen der Dämonenschritte verstummte.

Die beiden blieben stehen und lauschten.

„Was ist los? Wieso ist er stehen geblieben?“, erkundigte sich Anya flüsternd bei ihrem Freund. Xander zuckte nur mit den Schultern.

In diesem Moment ertönte eine wütendes Gebrüll, das die Wände des Tunnelsystems erzittern ließ.

„Vielleicht steckt er fest und kommt nicht mehr weiter?“, vermutete Xander und stieg vorsichtig die Stufen wieder hinunter.

„Komm zurück.“, befahl im Anya leise, aber energisch. Ihr Freund ignorierte sie und linste in den Gang.

Der Dämon hatte sich in den Tunnel gezwängt. Sein massiger Körper hinderte die Decke daran einzustürzen. Und jetzt steckte er fest. Dennoch versuchte er weiterzukommen und ruderte wild mit den Armen. Immer wieder stieß er verzweifelte Wutschreie aus, als könnte ihn sein Gebrüll seiner Beute näher bringen.

Xander kehrte zu seiner aufgeregten Freundin zurück.

„Er steckt fest. Das wäre die Gelegenheit, das Gebäude zum Einsturz zu bringen.“, erklärte er ihr.

Anya sah ihn skeptisch an. „Du willst das Haus einstürzen? Und wie, bitte schön? Hast du da draußen vielleicht ne Abrissbirne versteckt?“

„Hast du ne bessere Idee, wie wir ihn töten können?“, konterte er herausfordernd und sie schüttelte widerwillig den Kopf.

„Wir sollten ihn reizen.“, begann Xander zu erklären.

„Ja genau. Er sollte unbedingt noch wütender werden. Dann macht’s doch erst so richtig Spaß, von ihm gefressen zu werden.“, unterbrach sie sarkastisch.

„Hey, hör doch erst mal zu! Wenn wir ihn dazu bringen, dass er mit aller Kraft weiter in den Gang reinläuft, dann bringt er noch den ganzen Tunnel zum Einsturz. Und dann kann er weder vor noch zurück und muss verhungern. Im besten Fall stürzt hier alles ein und begräbt ihn unter den Trümmern.“

Die Ex-Dämonin sah ihn immer noch skeptisch an. Dann ging sie an ihm vorbei die Stufen hinunter und warf einen Blick auf den Dämon. Als er sie roch, stieß er ein wieder ein ohrenbetäubendes Gebrüll aus und schob sich mit einen lauten Knirschen und Krachen vorwärts. Doch er kam nur ein paar Zentimeter weit. Er schien an etwas zu zerren, was ihn zurückhielt. Sein Rücken bog sich, als er versuchte, sich loszureißen. Wieder prasselten Steinbrocken von der Decke.

Anya zog den Kopf wieder zurück und sah Xander an.

„Er hängt an irgendetwas fest. Wahrscheinlich haben sie ihn angekettet.“, informierte sie ihn.

„Dann sollten wir uns beeilen, bevor er sich losreißt.“, antwortete er und lief an ihr vorbei. Im Laufen hob er einen der Brocken auf und schleuderte ihn auf den Dämon.

Ihr Gegner brüllte laut auf vor Wut und rammte seine Fäuste in die Tunnelwand. So zog er sich ein paar Millimeter vor und bog erneut seinen Rücken durch. Plötzlich ertönte ein Schmatzen, das sich anhörte, als würde etwas aus einem Berg Fleisch herausgezogen werden. Dann erklang ein Sirren, als hätte jemand die Kontrolle über einen Gartenschlauch verloren: Etwas hinter dem Dämon klatschte unkontrolliert gegen Hindernisse und spritzte dabei eine Flüssigkeit durch die Luft.

Xander begriff. „Die haben ihm Schläuche in den Körper gesteckt, um sein Blut abzuzapfen. Und die halten ihn zurück.“, erklärte er Anya.

Seine Freundin runzelte besorgt die Stirn. „Wenn der Nahagar zuviel Blut verliert, ohne gleich darauf etwas zu essen, kann er sich nicht wieder regenerieren.“

„Das heißt, er verblutet und stirbt?“, hakte Xander nach, während sich der Dämon von einem weiteren Schlauch befreite.

Dieser hatte wohl tiefer gesessen, denn jetzt klang das Brüllen des Nahagars wie das eines gequälten Tieres. Er jaulte vor Schmerzen laut auf und krümmte seinen Rücken zusammen. Er keuchte. Dann fixierte er seine Beute und stieß ein schwaches, aber drohendes Knurren aus. Er war nicht gewillt, seine Beute einfach so aufzugeben.

Anya warf ihm einen mitleidigen Blick zu, der Xander sofort auffiel.

„Hey, der Kerl will uns immer noch fressen!“, erinnerte er seine Freundin.

Wie zur Bestätigung riss der Dämon sein Maul auf und brüllte sie wütend an. Er riss seine Arme aus der Tunnelwand und schob sich weiter vorwärts. Wieder schnellte ein Schlauch aus seinem Körper.

Scheinbar eingeschüchtert trat Anya zurück. Doch dann hob sie ebenfalls einen Stein auf und traf den Dämon im Gesicht.

„Guter Wurf.“, lobte Xander und schnappte sich ein Wurfgeschoss.

Beide deckten den Dämon mit Steinen ein. Jeder Treffer machte ihn wütender und trieb ihn vorwärts. Mittlerweile war er so zornig, dass er nicht mehr auf die Schmerzen achtete, die jeder herausgerissene Schlauch in seinem Körper verursachte. Er wurde sogar mit jedem Schlauch, der seinen Körper verließ, schneller. In seinem Zorn bemerkte er auch nicht, wie die Wände und die Decke unter seinem Gewicht und seiner Größe nachgaben und einstürzten.

Als Xander schließlich durch das Krachen und das Beben der Mauern um sie herum erkannte, das nicht nur der Gang, sondern auch das ganze Gebäude einzustürzen drohte, hielt er inne. Er zerrte die protestierende Anya, die langsam Gefallen daran gefunden hatte, den Dämon zu ärgern, mit sich.

„Wir müssen hier raus! Das ganze Gebäude stürzt gleich ein!“, erklärte er ihr schreiend, während sie die Treppen hinaufflohen.

Hinter ihnen brüllte der Dämon, so laut er konnte. Die Wut darüber, dass der Geruch seiner Opfer immer schwächer wurde, ließ ihn aufbäumen. Rasend vor Wut zertrümmerte die Mauern um sich herum und beschleunigte damit seinen Untergang.

Im Wald, gleiche Zeit

„Das war wirklich ein toller Auftritt. Den muss ich mir merken. Vielleicht kann ich ihn irgendwann selbst gebrauchen.“, grinste Giles, während Willow und Tara ihm hoch halfen.

„Das wäre aber dann Urheberrechtsverletzung.“, tadelte ihn die rothaarige Hexe lächelnd.

Giles machte ein gespielt beleidigt Gesicht.

„Sie können es ja britischer ausdrücken. Damit umgehen Sie vielleicht das Urheberrecht.“, schlug ihm Tara vor und der Wächter kicherte.

„Wir sollten uns beeilen.“, erinnerte sie Willow, als sie beobachten musste, wie sich Caldwell wieder erholte.

„Was habt ihr vor?“, erkundigte sich Giles begierig, während er seine Brille zurechtrückte.

„Wir vereinen unsere Zauberkräfte und machen ihn fertig.“, informierte ihn Tara kurz, während Willow den Zauber vorbereitete.

Der Wächter schüttelte grinsend den Kopf. Er hatte Tara unterschätzt: Er hätte nie gedacht, dass sie so though sein konnte, wie sie gerade wirkte, als sie Willow mit entschlossenem Blick bei den Vorbereitungen half.

„Giles! Wir brauchen noch etwas Zeit.“, erklärte die rothaarige Hexe mit Panik in der Stimme. Denn ihr Gegner richtete sich langsam wieder auf.

„In Ordnung. Ich werde ihn etwas ablenken. Gott sei Dank ist mein Bedarf an Freiflügen für heute noch nicht gedeckt.“, erklärte er, während er an ihnen vorbei auf den Vampir zuging.

„Rupert, Sie sind wirklich masochistisch veranlagt. Wissen Sie das?“, begrüßte ihn Caldwell, während sein Gegner sich ihm immer zielstrebiger und schneller näherte.

„Jeder hat so seine kleinen Eigenheiten.“, konterte Giles und schlug dem Vampir die Faust ins Gesicht, bevor dieser überhaupt reagieren konnte.

Caldwell setzte knurrend sein Vampirgesicht auf.

„Oh, vielen Dank. Das habe ich schon vermisst. Und so machen Sie es mir viel einfacher, Sie zu schlagen. Ich teile nämlich auch gerne aus, wissen Sie?“

Ihm schien die kurze Pause am Baumstamm richtig gut getan zu haben. Oder es war Willows und Taras Auftritt gewesen, der ihn wieder aufgebaut hatte. Jetzt fühlte er sich auf einmal wieder wesentlich besser. Besonders, als er geschickt einem von Caldwells Energiebällen auswich.

Plötzlich ertönte aus der Ferne ein lautstarkes Brüllen. Alles vier hielten inne und lauschten den Geräuschen des Dämons, der der Lautstärke nach riesig sein musste.

Xander, Anya!, schoss es Giles durch den Kopf. Hoffentlich waren sie noch am Leben!

Wieder brüllte der Dämon und der Wächter erkannte, dass es verzweifelt und wütend klang. Also bestand noch Hoffnung, dass ihm seine Beute entkommen war.

Giles wandte sich wieder seinem Gegner zu, der triumphierend grinste. Doch er sah den Wächter nicht an, sondern lauschte verzückt den Schmerzens- und Wutschreien des Dämons.

Giles nutzte die Gelegenheit und trat näher an Caldwell heran. Wenn er den Abstand so weit wie möglich verringerte, hatte der Vampir vielleicht nicht genügend Spielraum, um seine Magieattacken einzusetzen.

Doch Caldwell durchschaute den Plan des Wächters und packte ihn blitzschnell am Kragen. Giles versuchte sich zu befreien, aber der Vampir war schneller. Er legte dem Wächter seine andere Hand auf die Brust und plötzlich wurde Giles von vielen Stromstößen durchgeschüttelt. Die Hand des Wächters wanderte unter großer Anstrengung zur der seines Gegners, die ihm diese Schmerzen zufügte und versuchte, sie wegzuschieben. Mit letzter Kraft packte Giles den kleinen Finger des Vampirs und bog ihn zurück. Sein Gegner schrie überrascht auf. Die Stromstöße verebbten augenblicklich und der Wächter rang keuchend nach Luft.

„Das war unfair.“, tadelte ihn Caldwell und setzte schon zu einer weiteren Magieattacke an.

„Recede!“

Taras entschlossener Tonfall ließ Caldwell aufhorchen und lenkte ihn ab. Giles glitt erschöpft zu Boden und wich Taras Attacke aus, die den Vampir frontal in die Brust traf. Der Untote flog zurück und rauschte durchs Gebüsch.

„Giles, wir brauchen Sie jetzt. Können Sie uns helfen? Sind Sie okay?“, wollte Willow besorgt wissen, während er sich wieder aufrappelte. Der Wächter nickte mit einem schwachen Lächeln und kam den beiden Hexen zur Hilfe.


@ Zimtkatze: Danke auch an dich. Freut mich immer, wenn man Feedback bekommt.
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Zimtkatze24
Dämon


Age: 28
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BeitragVerfasst am: Fr Nov 18, 2005 11:25 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Gabriella Smile - ich freu mich schon auf die Fortsetztung!
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Gabriella
Jägerin


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BeitragVerfasst am: Do Dez 08, 2005 12:58 am    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, es hat zugegeben ewig lange gedauert, aber ich hab zurzeit ziemlich viel um die Ohren (Zwischenprüfung!!!).

Also hier die Fortsetzung:

Teil 13

Selenas Labor

Buffy wich geschickt dem Brett aus, mit dem Selena ihr den Kopf einschlagen wollte. Doch dabei stolperte sie fast über einen Berg Bücher, die nun überall im Raum verteilt auf dem Boden lagen.

Frustriert über diese zusätzliche Schwierigkeit hob die Jägerin einige Bücher auf und schleuderte sie nacheinander auf ihre Gegnerin. Die Vampirin wich den Wurfgeschossen geschickt aus und versuchte dabei, näher an ihre Gegnerin heranzukommen. Schließlich schlug sie fauchend ein Buch zurück in Buffys Richtung und nutzte die Ablenkung, um aus dem Stand über den Tisch zu springen, der zwischen ihnen lag.

Bevor die Jägerin reagieren konnte, wurde sie gepackt und durch die Luft geschleudert. Sie keuchte vor Schmerzen, als sie in eines der wenigen noch heilen Regale flog, das sie unter sich begrub.

Selena betrachtete mit einem bösartigen Lächeln den Berg aus Holz und Büchern, unter dem Buffy verschwunden war. Als sich jedoch nach einer Minute Wartezeit immer noch nichts regte, schlenderte sie gespielt besorgt zu ihrer Gegnerin.

Plötzlich schoss Buffys Hand aus dem Stapel, umklammerte Selenas Bein und riss sie mit einem schnellen Ruck von den Füßen.

Grinsend wühlte sich die Jägerin aus den Trümmern heraus.

„Hast du mich etwa schon vermisst?“, verspottete sie die Vampirin.

Selena rollte sich nach hinten ab und sprang auf die Füße, bevor Buffy sich vollständig befreit hatte.

Die Jägerin konnte gerade noch einen Fußtritt in ihr Gesicht anwehren. Doch die Vampirin hatte den Tritt nur vorgetäuscht und nutzte die Ablenkung, um Buffy an den Haaren auf die Füße zu ziehen. Die Jägerin konnte sich zwar schnell aus diesem Griff befreien, wurde aber dann von ihrer Gegnerin am Hals gepackt und hochgehoben. Selena drückte ihr mit einem genussvollem Grinsen betont langsam die Luftröhre zu.

Buffy würgte und versuchte verzweifelt, Selena mit einem Tritt aus dem Gleichgewicht zu bringen. Aber jeder ihrer Versuche wirkte nur albern und richtete bei ihrer Gegnerin keinerlei Schaden an. Und langsam wurde der Blondine schwarz vor Augen. Sie stellte sich innerlich schon darauf ein, zu ersticken.

Doch bevor die Vampirin der Jägerin jegliche Luftzufuhr abschnürte, hielt sie plötzlich inne. Buffy japste verzweifelt nach Luft. Durch ihre zusammengequetschte Luftröhre strömte gerade noch soviel Sauerstoff, dass sie nicht das Bewusstsein verlor.

„Und was jetzt? Wartest du darauf, dass einer von uns verhungert?“, spottete sie keuchend, während sie weiterhin versuchte, sich zu befreien.

Da ihre Gegnerin ihr eine Antwort schuldig blieb, suchte Buffy den Augenkontakt, um zu erkennen, was Selena nun vorhatte.

Stattdessen wurde sie von der Vampirin regelrecht hypnotisiert. Zuerst versuchte sie sich dagegen zu wehren, doch dann entstanden Bilder vor ihren Augen. Bilder aus Selenas Vergangenheit als Jägerin Sandra Chao.

Die Neugier überwältigte Buffy und der Strudel aus vergangenen Erinnerungen ihrer Gegnerin zog sie in ihren Bann. Die Jägerin ließ sich fallen, bis sie sich schließlich vollkommen in Selenas Vergangenheit wiederfand. Das Labor um sie herum verschwand und Buffy blickte plötzlich in einen menschenleeren Raum, den sie als die Pathologie des städtischen Krankenhauses wiedererkannte. Gespannt wartete sie darauf, was nun passieren würde.

Sekundenlang geschah gar nichts, bis urplötzlich die Tür heftig aufgestoßen wurde. Ein
junger Arzt stürmte herein und murmelte ein paar unverständliche, aber wütend Klingende Worte. Buffy verstand davon nur die Worte „unnötige Autopsie“.

Der Arzt ging zielstrebig auf eines der Fächer zu und zog eine Leiche heraus. Er öffnete den Reißverschluss und legte den Leichnam frei. Dann betrachtete er ihn kurz und schüttelte dann ungläubig den Kopf.

„Was haben die bloß? Das ist eindeutig Genickbruch.“, murmelte er und seufzte. Plötzlich ging sein Piper los.

„Was ist denn jetzt schon wieder?“, knurrte er, sah auf das Display, stöhnte auf und verließ eilends den Raum.

Kaum war er verschwunden, schlug sein Untersuchungsobjekt die Augen auf. Mit schmerzverzerrtem Gesicht setzte sich die Leiche auf und begann zu würgen. Sie schlug sich heftig auf die Brust, um irgendetwas aus seiner Luftröhre zu bekommen.

Der Untote setzte vor Anstrengung sein Vampirgesicht auf und gleich darauf flog ein Kristall aus seinem Mund. Verwirrt blickte er auf den Stein und hob ihn auf.

Ein Geräusch von draußen ließ ihn aufhorchen. Schnell legte er sich zurück auf seinen alten Platz und schloss die Augen.

Im selben Moment schwang die Tür auf und ein Putzwagen wurde in den Raum geschoben. Eine männliche Putzkraft in einem grauen Overall steckte vorsichtig den Kopf durch die Türöffnung und wurde bleich, als sie die vorbereitete Leiche sah. Er drehte sofort um und wollte schon den Raum fluchtartig verlassen, als er den Fehler beging, sich noch einmal umzusehen. Die Leiche war verschwunden.

Erschrocken sah er sich um und geriet immer mehr in Panik. Der Tote konnte doch nicht einfach so verschwinden! Langsam ging er rückwärts und prallte gegen ein Hindernis. Schreiend wandte er sich um und blickte in das ausdruckslose Gesicht des Toten, der hinter ihm stand.

Er hörte nicht einmal mit dem Schreien auf, als der Vampir ihn packte und ihm das Genick brach.

Enttäuscht und mit knurrendem Magen blickte Caldwell auf den Toten herab. Dann packte er
ihn widerwillig, zog ihn vollständig aus und legte ihn auf einen der freien Tische. Er zog sich die Kleidung des Reinigungsmannes blitzschnell an und nahm den Kristall zu Hand. Mit einem kleinen Zauberspruch verwandelte er dessen äußeres Erscheinungsbild von einem Stein in ein menschliches Auge. Mithilfe der medizinischen Geräte auf dem Tisch neben ihm entfernte er vorsichtig das linke Auge seines Opfers und setzte ihm das Falsche ein. Sofort verwandelte sich die Reinigungskraft in Caldwell.

Der Vampir starrte kurz angewidert auf das entnommene Auge und steckte es dann ein. Er wollte schon den Raum verlassen, bevor der Arzt wiederkam und ihn entdeckte, als er aufhalten wurde.

Sandra Chao stand vor ihm und versperrte ihm mit gezücktem Schwert und griffbereitem Pflock den Weg.

„Du kommst hier nicht raus.“, prophezeite sie ihm mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck. Aber innerlich brodelte es in ihr. Die ganze Zeit über sagte sie sich immer wieder, dass das vor ihr nicht ihr Wächter, sondern ein seelenloses Monster war. Glück für sie, dass sie mitangesehen hatte, wie er einem Unschuldigen, den er wohl auch getötet hatte, einfach so ein Auge entfernt hatte. Das machte ihr die Sache leichter.

„Du hättest nicht hierher kommen sollen.“, warnte sie der Vampir. Wie zur Bestätigung hörte sie kurz darauf seinen Magen knurren.

„Ich habe keine Angst vor dir. Für mich bist du nur ein Vampir wie jeder andere. Von eurer Sorte habe ich schon Hunderte gekillt.“, fauchte sie, holte blitzschnell aus und schlug ihm den Schwertknauf ins Gesicht.

„Warum tust du’s dann nicht?“, knurrte er und setzte sein Vampirgesicht auf.

„Wenn ich eines ganz genau weiß, dann ist es, dass jeder Vampir von Anfang an eine Verbindung zu seinem Schöpfer hat. Also: Wo ist der Priester?“, antwortete sie mit gefährlich ruhiger Stimme und rammte ihm dann unvermittelt das Schwert in den Bauch.

Der Vampir keuchte auf, als sie die Klinge langsam umdrehte. Dennoch setzte er sich immer noch nicht zur Wehr.

„Weiß der Rat von ihrem Versteck?“, wollte er nur wissen, während er seine Gegnerin weiterhin fixierte.

„Sie sind nicht mehr dort. Nachdem ich sie anonym benachrichtigt habe, bin ich zurückgekehrt. Sie sind verschwunden. Alle Vampire sind einfach weg.“, knurrte sie und drehte das Schwert weiter.

Caldwell runzelte die Stirn. Dann wusste der Rat also nicht mit Sicherheit, dass seine ehemalige Jägerin noch am Leben war.

„Du hättest persönlich zu ihnen gehen sollten.“, erklärte er ihr mit Bedauern in der Stimme.

Sie schluckte kurz. Was verstand dieser Untote schon davon, dass sie auf ganzer Linie versagt hatte? Sie hatte weder die Bedrohung aufhalten noch ihren Wächter retten können. Außerdem musste etwas geschehen. Während sie nach England gereist wäre, hätte der Priester wer-weiß-
was angestellt und bestimmt noch mehr Menschen getötet. Außerdem war ihr Wächter als Vampir viel zu gefährlich. Als sie erkannt hatte, dass er verwandelt worden war, hatte sie beschlossen zu handeln und ihn zu vernichten, bevor er zu stark für sie war.

Außerdem hatte sie schon seit ihrer Flucht das dringende Bedürfnis, irgendjemand kräftig in den Arsch treten zu müssen.

„Wo ist er? Wo ist der Priester?“, schrie sie jetzt ihren Gegner an.

„Er ist noch hier.“, informierte sie Caldwell.

„Wo in Sunnydale hält er sich versteckt?“, hakte sie nach.

„Ich rede nicht von dieser Stadt. Ich spreche von diesem Raum.“, erklärte er schwach.

Fassungslos zog sie ihm noch das Schwert aus dem Körper, bevor sie von hinten gepackt und in den Hals gebissen wurde. Das Letzte, was sie als Mensch sah, war, wie ihr ehemaliger Wächter mit einem traurigen Gesichtsausdruck zu Boden ging.

Versteckter Raum hinter den Bücherregalen

Spike holte vorsichtig das Fläschchen aus der Tasche. Er starrte dabei den Rücken des Priesters an, um rechtzeitig gewarnt zu werden, falls Merinos sich urplötzlich zu ihm umdrehte.

Er erinnerte sich wieder an die Bar und den Fremden, der ihm den Trank gegeben hatte.

Flashback, Hafenbar, ein paar Tage zuvor

„Den Einsatz bitte.“

„Ein Perserkätzchen.“ Spike legte das Tier in den Korb in der Mitte des Tisches.

Clem sah seine beiden Mitspieler gequält an und legte seine Karten umgedreht auf den Tisch. „Ich passe.“, erklärte er schwach und erhob sich.

„Willst du etwa schon gehen?“, grinste der blonde Vampir und der schlappohrige Dämon zuckte nur entschuldigend mit den Schultern.

Unbemerkt von Spike warf er dem anderen Mitspieler, einem vermummten Kerl in einem dunkelbraunen Cape, einen kurzen, aber bedeutenden Blick zu. Dann verließ er den Raum.

„Ihr Einsatz bitte.“, verlangte der blonde Vampir, ohne Clems Verschwinden weitere Beachtung zu schenken.

Sein vermummter Pokerpartner warf einen kurzen Blick auf seine Karten und dann in den Korb neben seinem Stuhl.

„Wie wär’s mit zwei Getigerten?“, schlug er vor, doch Spike schüttelte mit gespieltem Bedauern den Kopf.

„Zu wenig.“, antwortete der blonde Vampir.

„Na schön. Dann packe ich noch das hier drauf.“

Der Fremde setzte die zwei angebotenen Kätzchen in den Korb in der Mitte des Tisches und stellte dann ein kleines Fläschchen daneben.

„Was ist das?“, wollte Spike sofort neugierig wissen.

„Ein Zaubertrank zur Vernichtung magisch begabter Wesen.“, erklärte der Fremde leichthin.

Der blonde Vampir zog die Augenbrauen hoch und schob dann das Fläschchen zu seinem Besitzer zurück.

„Hey, wir spielen hier nicht Dungeons & Dragons. Also bitte keine Zaubertränke oder Tarnumhänge als Einsatz. Klar?“, erklärte er genervt und blickte dann wieder auf seine Karten.

„Und ich dachte, Sie wollten diesen Priester kaltmachen?“

Spike blickte überrascht auf, setzte aber sofort wieder sein Pokerface auf.

„Ich weiß, es gibt Vampire, die darauf stehen, Geistliche zu killen, aber mir reicht auch ein normaler Mensch von der Straße.“, winkte er ab.

„Ich meine den Vampirpriester Merinos.“

Spike tat weiter so, als wisse er nicht, von wem sein Gegenüber sprach:„Ich kenne niemanden, der so heißt. Und dann auch noch n Priester. Ist doch irgendwie Ironie, oder nicht?“

Der Fremde seufzte theatralisch.

„Tja, dann muss ich leider aussteigen, denn ich bin blank. Außer, Sie leihen mit noch was.“, erklärte er dann und stand auf.

In Spike brodelte es. Wenn dieses Zeug echt war, hatte er eine wirkungsvolle Waffe. Wenn nicht – was wahrscheinlicher war - , dann drehte ihm der Typ wahrscheinlich irgendeine ekelhafte Kräuterbrühe an. Außerdem machte ihn die Erwähnung von Merinos’ Namen misstrauisch. Wie konnte der Kerl das wissen? Hatte es sich jetzt schon überall herumgesprochen, dass er, Spike, bei diesen Verrückten nicht aufgenommen worden war?

Aber wenn der Kerl nun ein Feind des Priesters und nur zu feige war, um ihm entgegenzutreten?

Oder er wollte Spike als Aschehäufchen auf dem Boden sehen.

„Na schön, meinetwegen. Setzen Sie sich wieder hin. Wenn Ihr Zeug wertlos ist, kann ich es ja einfach an den nächsten Volltrottel verhökern.“

Der Vampir hatte entschieden, es zu riskieren.

Er bemerkte nicht, wie Caldwell ein paar Worte murmelte und seinen Royal Flash in ein Pärchen und drei wertlose Karten verwandelte.


(Beim nächsten Mal kommt dann der Kampf Willow-Tara-Giles gegen Caldwell, versprochen Wink )
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Gabriella
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BeitragVerfasst am: Di Jul 11, 2006 2:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hier der Kampf zwischen Willow und Caldwell:

Im Wald, Gegenwart

Willow, Tara und Giles hatten sich in einem Kreis aufgestellt und an den Händen gefasst. Der Wächter warf dabei immer wieder einen beunruhigten Blick in die Richtung, in die Caldwell geflogen war. Doch der Wächter war noch nicht wieder aufgetaucht. Was nicht unbedingt eine beruhigende Tatsache war.

Alle drei sprachen gleichzeitig die lateinischen Worte des Zauberspruchs und wiederholten sie so lange, bis in ihrer Mitte ein golden schimmernde Kugel erschien. Ihr Glühen wurde immer stärker, während sie auf die Größe eines Basketballs anwuchs. Schließlich erhob sie sich in die Luft und begann, sich erst langsam und dann immer schneller zu drehen.

Wie in Trance löste sich Willow aus Taras und Giles’ Griff und führte hinter ihrem ihre beiden Hände zusammen. Jetzt stand die rothaarige Hexe direkt unter dem Ball zwischen dem Wächter und ihrer Freundin. Langsam hob Willow die Arme und berührte die Kugel. Elektrische Ladungen entluden sich an ihren Fingerspitzen und der Ball begann zu flimmern. Dann glühte er noch einmal strahlend hell auf, so dass Giles und Tara unwillkürlich die Augen schlossen. Dann fuhr er in Willows Körper hinein. Mit einem blitzschnellen und übermenschlich hohen Sprung katapultierte sich die Hexe aus der Mitte des Kreises hinaus und landete vor einem verblüfften Caldwell, der gerade aus dem Gebüsch gestürmt kam.

„Wir dachten schon, Sie würden nicht mehr zurückkommen.“, begrüßte Willow ihn, wobei
ihre Stimme klang, als würden Tara, Giles und sie diese Worte im Chor sprechen.

„Das wird Ihnen auch nicht helfen. Ihnen fehlt es eindeutig an Erfahrung.“, tadelte Caldwell sie, doch das leichte Zittern in seiner Stimme verriet seine Beunruhigung.

„Sie vergessen, dass wir zu dritt sind.“, erwiderte die Hexe, ohne die Miene zu verziehen.

„Sie werden dieser Macht nicht lange standhalten können.“, widersprach der Wächter.

Endlich verzog sich Willows Mund zu einem Lächeln.

„Keine Angst. Ich werde nicht lange brauchen, um Sie fertig zu machen.“, versprach sie und Caldwell knurrte verärgert, bevor er sich in Position stellte.

„Das werden wir schon sehen.“, konterte er schwach, bevor er den ersten Energieball auf Willow schleuderte.

Doch die Hexe streckte nur die Hände aus, absorbierte die bläulich-weiße Kugel und schickte sie wieder zu ihrem Absender zurück. Doch Caldwell machte nur eine abwehrende Handbewegung und der Ball verschwand in seiner Hand, die er sofort zu einer Faust ballte. Als er sie wieder öffnete, schossen grünliche Blitze aus seinen Fingern auf Willows Kopf zu. Doch die Hexe wich geschickt aus und lenkte die Ladung in den nächsten Baum. Dort, wo die Blitzen den Stamm trafen, entstand in Sekundenschnelle ein faustgroßes Loch.

„Das ist ja ganz amüsant, aber haben Sie nichts besseres auf Lager?“, reizte Willow den
Vampir.

Ihr Gegner lächelte verschlagen. „Ich muss gestehen, dass ich Sie unterschätzt habe.“, gestand er, doch seine Stimme triefte vor Ironie.

Urplötzlich stieg er blitzschnell in die Höhe und murmelte ein paar arabische Worte. Im selben Moment zog sich ein feuerroter Kreis um Willow und begann, ihr die Kraft abzusaugen. Doch die Hexe konzentrierte sich ein paar Sekunden lang und schon entstand ein Schutzschild, dass sich blitzschnell über ihren Körper zog. Der rote Kreis wurde immer schwächer und verlosch. Darauf hatte Caldwell nur gewartet. Kaum war sein letzter Zauberspruch fehlgeschlagen, schickte er einen orangenen Energieball in Willows Richtung, der ihr Schutzschild zerstörte und sie meterweit durch die Luft schleuderte.

Tara schrie überrascht auf. Selbst Giles zuckte zusammen. Die Verbindung zu Willow ließ sie beide alles hautnah miterleben, selbst wenn ihre fünf Sinne den Kampf nicht wahrnehmen konnten.

Anstatt gegen einen Baum zu prallen, fing sich die Hexe in der Luft wieder und schwebte nun – genau wie Caldwell – einige Meter über dem Boden.

Beide begannen gleichzeitig, soviel Kraft wie möglich aus dem Boden zu ziehen.

Caldwell lächelte innerlich, denn er war überzeugt, dass sich Willow bald übernehmen würde. Wenn sie zuviel Magie aufnahm, würde sie in einen Schockzustand verfallen oder sogar sterben. Die Auswirkungen waren somit dieselben wie bei einem goldenen Schuss.

Die Hexe konzentrierte sich völlig auf die Kraftaufnahme. Plötzlich ertönte Giles’ warnende
Stimme: ,Er will, dass du dich überschätzt. Du darfst nicht zuviel Kraft aufnehmen!’

Willow lächelte wissend. ,Das werde ich nicht.’, versprach sie ihm, während sie einen kurzen Blick auf Caldwell warf. Der Wächter bemerkte es und verstärkte seinen Sog. Darauf hatte die Hexe nur gewartet. Mit einem kräftigen Stoß schickte sie die aufgenommene Energie in den Boden zurück, von wo aus sie direkt in Caldwells Körper fuhr.

Wie bei einem starken Stromschlag wurde der Vampir von der Überdosis an Magie durchgeschüttelt und dann durch die Luft katapultiert. Doch im Gegensatz zu Willow schaffte er es nicht mehr, sich wieder zu fangen, sondern prallte mit voller Wucht gegen einen Baum und verschwand im Gebüsch.

Die junge Hexe keuchte vor Anstrengung und sank deshalb langsam zu Boden, um Kraft zu tanken. Doch viel Zeit blieb ihr dafür nicht, denn Caldwell stieg plötzlich wieder aus dem Gebüsch auf.

Ihn umgab eine Aura aus dunklen Blitzen und seine Augen hatten sich schwarz verfärbt. Willow ahnte sofort, dass das nichts Gutes bedeuten konnte.

„Danke für die zusätzliche Energie.“, grinste der Vampir. Seine Stimme klang merkwürdig verzerrt und tiefer als sonst.

Bevor Willow reagieren konnte, schoss eine gewaltige Magiewelle auf sie zu und die junge Hexe wurde mitgerissen. Sie verlor den Boden unter ihren Füßen, fiel auf den Rücken,
überschlug sich und rollte direkt in einen Dornbusch.

Giles’ Hände krallten sich in Taras, als er verzweifelt versuchte, die Verbindung aufrecht zu erhalten und nicht wie Willow vom Sog der Welle mitgerissen zu werden. Tara atmete mehrmals tief ein. Sie begann leicht zu glühen, als sie ihrer Freundin ihre ganze Liebe schickte.

Willow, die nahe daran war, das Bewusstsein zu verlieren, stöhnte erleichtert auf und versuchte, sich aus dem Busch zu befreien.

Währenddessen hatte Caldwell sich Giles und Tara zugewandt und formte in seinen Händen einen dunkelvioletten Energieball, den er auf die Beiden schleudern wollte. Somit würde er seine Gegnerin entgültig besiegen können.

Doch bevor er seine Ladung abschicken konnte, traf ein weißer Energieblitz den Ball und ließ ihn explodieren. Caldwell fluchte und drehte sich schnell in Willows Richtung, um nicht noch einmal unerwartet getroffen zu werden.

Die rothaarige Hexe merkte, wie sich die Wärme von Taras reiner Energie langsam in ihr ausbreitete und ihre körperlichen Schmerzenverschwinden ließ. Die Schnittwunden, die die Dornen in ihrem Gesicht und an ihren Händen verursacht hatten, verschwanden in Sekundenschnelle. Quetschungen heilten ab und die Rippe, die sie sich bei dem Sturz geholt hatte, fügte sich wieder zusammen.

Willow fühlte sich, als wäre sie high und hoffte inständig, dass ihr dieses Gefühl nicht zu
Kopf stieg und ihr die Sinne vernebelte. In diesem Moment ertönte Taras Stimme in ihren
Gedanken und sprach beruhigend auf sie ein. Langsam entspannte sich die junge Hexe und die weiße Energie in ihr und um sie herum sprühte Funken. Willow fand ihren Mittelpunkt und ließ jede weitere Magie, die Tara und nun auch Giles ihr zuführten, einfach durch ihren Körper in ihre Hände fließen. An ihren Fingerspitzen bündelte sich die Energie.

Inzwischen begann Caldwell, die junge Hexe mit mehreren Feuerbällen zu attackieren, doch Willow neutralisierte sie mit ihren nach außen gerichteten Handflächen.

Der Vampir merkte schnell, dass er die Taktik wechseln musste und teleportierte einfach. Aber Willow ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Sie schloss die Augen und versuchte zu erspüren, wo Caldwell wieder auftauchen würde. Denn kurz bevor er wieder erschien, würde an diesem Punkt die Energie für seine Rückkehr spürbar sein. Willow hatte dann nur Sekundenbruchteile zu handeln. Doch sie ahnte bereits, was der Vampir vorhatte.

Mit einem heftigen Stoß aus Magie schob sie Tara und Giles ein Stück zur Seite, ohne deren Verbindung zueinander zu unterbrechen und schickte dann einen gelb-weißen Blitz in die Richtung, in der Caldwell plötzlich wieder auftauchte. Der ehemalige Wächter wurde nur ein paar Meter weit zurückgedrängt, verlor aber nicht das Gleichgewicht.

Doch der Angriff verschaffte Willow etwas Zeit, um genug Energie zu ihren beiden Freunden zurückzuschicken, damit Tara und Giles ein Schutzschild um sich herum errichten konnten.

Caldwell schoss dennoch einen Energiestrahl auf die beiden ab. Doch zu seinem Ärger richtete seine Attacke nicht nur nichts aus, sondern wurde zudem vom Schutzschild absorbiert, um es noch zu verstärken.

Willow nutzte die kurze Ablenkung, um den Vampir noch einmal mit einem Energieblitz zu treffen. Diesmal stolperte Caldwell regelrecht nach hinten, hielt sich aber weiterhin auf den Beinen.

„Damit kriegst du mich nicht klein.“, zischte er und schleuderte mit voller Wucht eine Magieattacke nach Willows Kopf.

Die Hexe konnte gerade noch ausweichen und der Energieball durchschlug einen Baumstamm hinter ihr. Die Krone des Baumes drohte daraufhin auf Willow hinabzustürzen und sie unter sich zu begraben, doch die rothaarige Hexe reagierte schnell genug. Der Baumstamm fiel in die entgegengesetzte Richtung um. Dafür wurde Willow von einer weiteren Energiekugel getroffen und ins Gebüsch geschleudert. Wieder machte sie Bekanntschaft mit dem Dornenbusch.

Doch diesmal war sie schneller wieder auf den Beinen als beim letzten Mal. Aber als sie sich nach Caldwell umsah, war er wieder teleportiert. Willow erspürte wieder den Punkt, an dem er wieder auftauchen würde und schickte eine große Ladung Magie hinter sich. Diesmal riss es Caldwell endlich von den Beinen.

Die Hexe drehte sich blitzschnell um und brachte etwas Abstand zwischen sich und den Vampir. Caldwell knurrte wütend, als sie ihm kaum Zeit ließ, sich aufzurappeln, sondern sofort einen weiteren Energieblitz auf ihn abfeuerte. Mit einer unwirschen Handbewegung fegte er ihn beiseite und stand schon wieder auf den Beinen.

„Ich muss wohl stärkere Geschütze auffahren.“, erklärte er. Bevor Willow dahinter kam, was
er damit meinte, erschienen in seiner Hand mehrere Wurfmesser. Die rothaarige Hexe erkannte kaum die neue Gefahr, als die Messer schon auf sie zugeschwirrt kamen. Eher aus einem Reflex heraus ließ sie die Waffen an einem Schutzschild abprallen. Doch diese Magie war stärker gewesen als die, die Caldwell zuvor angewandt hatte. Das Schild aufzubauen kostete sie mehr Kraft als die vorhergehenden Angriffe ihrerseits auf den Vampir.

Der ehemalige Wächter hatte genau darauf spekuliert. Sofort bombardierte er sie mit weiteren Geschossen aus Messern, Dolchen und sogar Wurfsternen. Willow wehrte immer wieder seine Angriffe ab, geriet dadurch aber zusehends in die Defensive. Sie musste etwas unternehmen, bevor er sie zu weit zurückdrängte und sie kaum noch Handlungsspielraum hatte.

Caldwell erhöhte immer mehr das Tempo. Bald hatte er es geschafft. Die kleine Hexe würde sich bald verausgabt haben. Damit wäre sie so gut wie tot. Rupert und die Freundin der Rothaarigen würden dann kein Problem mehr sein. Währenddessen würden Sandra und dieser Dummkopf von Spike Buffy und Merinos ausgeschaltet haben. Somit könnten er und seine Jägerin sich endlich von dieser widerlichen Sekte befreien und selbst die Kontrolle über den Höllenschlund erlangen.

Der Vampir lächelte hinterhältig bei dem Gedanken. Willow wusste zwar nicht, was er dachte, doch ihr war klar, dass er sich schon als Sieger wähnte. Sie konnte nicht länger mit ihrem Gegenangriff warten. Sonst würde sie auf jeden Fall verlieren. Doch wenn ihr Plan fehlschlug und ihre Attacke nicht funktionierte, hatte sie ihre restliche Energie aufgebraucht. Dann würde sie ebenfalls ganz sicher sterben. Wenn sie zurückschlug, hatte sie wenigstens eine winzige Chance zu überleben. Dummerweise war ihr Plan nicht gerade originell und Caldwell ein erfahrener Magier – ein sehr starker Magier –, sodass er sie wahrscheinlich durchschauen würde. Aber sie würde es trotzdem versuchen. Hoffentlich hatte sie das nötige Glück.

Der ehemalige Wächter wartete einen Augenblick ab, in dem Willow sich von einem seiner Energieblitze erholen musste, den er hinterhältigerweise zwischen den Messern verborgen hatte. Zu seinem Erstaunen hatte sie nur kurz gewankt, war aber nicht umgekippt, wie er gehofft hatte. Dieses Mädchen hatte wirklich das Potenzial, eine große Zauberin zu werden. Schade, dass es nie soweit kommen würde!

Jetzt sammelte er seine letzten Energiereserven, um zum finalen Schlag auszuholen. Diesem würde Willow niemals standhalten können!

Die rothaarige Hexe bemerkte jedoch, dass Caldwells nächste Attacke die letzte sein würde, wenn sie ihren Plan jetzt nicht durchführte. Noch während sie sich von dem Energieblitz erholte, sammelte sie ihre restliche Kraftreserven. Wie in Trance registrierte sie, dass der Vampir seine ganze Magie in seinen Fingerspitzen bündelte. Die Luft um seinen Fingerspitzen herum begann zu knistern. Bläuliche Ladungen entluden sich.

Willow machte sich bereit, als zwischen den Handflächen des Vampirs eine Kugel aus Magie erschien, die immer größer wurde. Schließlich hatte sie das Ausmaß eines Fußballs erreicht. Dann explodierte sie in einem gleißenden Licht, sodass Willow für Sekundenbruchteile die Augen schloss. Als sie die Lider wieder öffnete, erkannte sie, dass aus den Bruchstücken des Energieballs scharfkantige Dolche aus weißem Licht geworden waren, die pfeilschnell auf sie zu schossen. Die rothaarige Hexe zögerte keinen Moment und setzte sofort zum Gegenschlag an.

Inzwischen jubilierte Caldwell innerlich, als er dabei zusah, wie seine Attacke auf Willow zu raste. Doch plötzlich zuckte er innerlich zusammen. Nein, das durfte – konnte – nicht sein. Nicht so. Nicht jetzt. Nicht sie. Warum hatte sie das getan? Sie hatte ihn betrogen. Ihn angelogen. Ihn im Stich gelassen.

Doch er gab nicht so schnell auf. Er musste sie rächen!

Als der Vampir wieder aufsah, duckte er sich sofort unter den weißen Tauben hinweg, in die Willow seine Lichtdolche verwandelt hatte. Jetzt hatte sie sich total verausgabt. Sie stand kaum noch auf den Beinen und drohte umzukippen. Er wollte gerade seine Wut bündeln und sie entgültig vernichten, als er es bemerkte. Zu spät erkannte er, dass einer der Dolche sich nicht in eine Taube, sondern in etwas anderes verwandelt hatte. Und dieses Etwas hatte sein von der Hexe vorbestimmtes Ziel gefunden. Er sah an sich herunter und starrte entsetzt auf den hölzernen Pfeil, der in seinem toten Herz steckte. Vor Wut schreiend zerfiel er zu Staub.

Als Willow erkannte, dass ihr Plan funktioniert hatte, seufzte sie erleichtert auf und fiel in Ohnmacht. Das löste auch die Verbindung zu Giles und Tara zu ihr und der beiden zueinander. Der Wächter und Willows Freundin wurden durch eine Rückkopplung voneinander abgestoßen und in entgegengesetzte Richtungen zu Boden geschleudert. Tara war als Erste wieder auf den Beinen und blickte sich beunruhigt nach ihrer Geliebten um. Als sie sie regungslos daliegen sah, rannte sie zu ihr hin und schüttelte sie.

„Willow! Wach auf! Bitte! Wach auf!“, rief sie, doch ihre Freundin öffnete nur kurz die Augen und fiel dann wieder in die Bewusstlosigkeit zurück.

Giles kniete sich neben der verzweifelten Tara auf den Boden und sah sich genau Willow an.
Ihr Puls war regelmäßig. Er blickte Tara kurz an, sprach ein paar kurze Wort und die rothaarige Hexe verfiel in einen tiefen Schlaf.

„Ihr geht es gut. Sie muss sich nur ausruhen.“, informierte er Tara, die erleichtert nickte. Dann hoben sie beide die Schlafende unter den Armen hoch und trugen sie gemeinsam aus dem Wald heraus.

(Der nächste teil ist der letzte.)
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Gabriella
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BeitragVerfasst am: Di Aug 01, 2006 1:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jatzt kommt der Schluss:

Selenas Labor, kurze Zeit zuvor

Kaum war Buffy aus Sandra Chaos Erinnerung zurückgekehrt, wurde der Griff um ihren Hals fester. Sofort begann sie sich mit aller Kraft zu wehren. Verzweifelt versuchte sie, die Hand ihrer Gegnerin von ihrer Kehle zu lösen. Dabei sah sie der Vampirin unwillkürlich wieder in die Augen und bemerkte zu ihrem Erstaunen die Ausdruckslosigkeit, mit der Selena sie gerade umbrachte. Denn obwohl ihre Gegnerin Buffys Erstickungstod so lange wie möglich hinauszögerte, schien sie dabei keine Freude zu empfinden. Scheinbar schien sie auf etwas zu warten.

Die Vampirjägerin war enttäuscht. Sie hatte ihre Gegnerin überschätzt. Oder hielt die Vision, die sie der Jägerin gezeigt hatte, sie noch gefangen? Selena war sich allerdings sicher, dass sie die telepathische Verbindung vollständig getrennt hatte. Sie sollte vielleicht noch etwas mit ihr spielen. Schließlich musste es bald soweit sein. Dann war alles vorbei. Aber sie wollte es Buffy auch nicht zu leicht machen. Das ließ ihr Stolz nicht zu. Allerdings musste sie zugeben, dass die blonde Jägerin nicht so schnell aufgab und verbissen um ihr Leben kämpfte. Doch obwohl Selena einige schmerzhafte Tritte einsteckte, ließ sie nicht locker. Als Buffy ihr mit letzter Kraft ihr Knie in den Magen rammte, zuckte Selena zusammen und ließ etwas mehr Luft in Buffys Lungen.

Jetzt war es passiert, schoss es Selena durch den Kopf.

Die blonde Jägerin hatte sich mit dem überanstrengt. Daher wurde ihr sofort schwarz vor Augen. Das letzte, was sie noch deutlich sah, war Sandras triumphierendes Lächeln. Oder war es Erleichterung? Wie im Nebel nahm sie den kurzen Schrei einer männlichen Stimme wahr. War das Rileys Stimme? Doch Buffy kam nicht mehr dazu, darüber nachzudenken. Gerade, als sie bewusstlos zu werden drohte, lockerte sich der Griff und die Jägerin fiel mit einem überraschten Aufschrei zu Boden. Vor ihrem Tod jagte Selena Buffy noch eine Ladung Magie durch den Körper. Neben den Schmerzen, die dieser Energiestoß verursachte, wurde der Jägerin einiges klar.

„Von wegen Weichei.“, kommentierte Riley das Aschehäufchen zu seinen Füßen. Der Pflock, mit dem er Selena gepfählt hatte, entglitt seiner Hand, als er Buffy dabei half aufzustehen.

„Vielen Dank, Riley.“, keuchte die Jägerin und umarmte erleichtert ihren Freund.

„Seltsam. Sie hat gar nicht bemerkt, wie ich wieder aufgestanden bin.“, wunderte sich der ehemalige Soldat.

„Vielleicht wollte sie mich einfach um jeden Preis töten?!“, vermutete Buffy, verschwieg dabei aber ihre Erkenntnis, dass Selena hatte sterben wollen. Das war es, auf das die Vampirin gewartet hatte: Auf ihre eigene Vernichtung.

Doch die blonde Jägerin behielt dies für sich. Sie wollte Riley den Triumph über Selena nicht verderben.

Während sie und Riley den Raum verließen, blickte Buffy noch einmal zurück auf den
Aschhaufen und seufzte. All die Jahre hatte Selena den Plan gehabt, Merinos zu töten und sich und ihren Wächter zu rächen. Und nun hatte sie die Vernichtung des Priesters dank Caldwells Plan einem Anderen überlassen müssen. Dafür hatte die Vampirin durch ihre Vernichtung indirekt verhindert, dass aus ihrem ehemaligen Wächter ein zweiter Merinos wurde.

Bei diesen Gedanken dankte Buffy den höheren Mächten, die dafür gesorgt hatten, dass Willow, Giles und Tara noch am Leben waren. Ihre Verbindung zu Selena und gleichzeitig zu Caldwell im Moment des Todes der Vampirin hatte sie die Vernichtung Caldwells fast hautnah miterleben lassen.

Die blonde Jägerin wollte sich nicht vorstellen, wie es war, als Jägerin zum Vampir gemacht zu werden. Als sie in Selenas Gedanken gewesen war, hatte sie lesen können, wie sehr Sandra ihr Leben als Untote verabscheut hatte. Ihr Jägerinnendasein hatte sie gelernt, Vampire und Dämonen zu hassen und zu vernichten. Und dann war sie gezwungen gewesen, mit ihren ehemaligen Feinden zusammenzuarbeiten. Fast bemitleidete Buffy sie. Aber nur fast. Schließlich hatte die Vampirin ernsthaft vorgehabt, sie zu töten.

„Okay, und wo ist jetzt dieser Priester?“ Riley sah sich wachsam um, sobald sie aus Selenas Labor wieder in die Halle getreten waren.

Buffy winkte nur müde ab. „Darum müssen wir uns nicht mehr kümmern.“

Dann seufzte sie.

„Spike wird wahrscheinlich die nächsten Wochen noch unausstehlicher sein.“

Riley sah sie erst mit einem verständnislosen Blick an, stöhnte aber dann genervt auf. „Und wie?“, wollte er ergeben wissen.

Buffy grinste. Die Antwort würde ihn wieder aufheitern.

„Nicht ohne die magische Hilfe eines Verräters.“, meinte sie nur.

Dann erblickte sie die verängstigten Vampire der Sekte, die noch übrig waren und verzweifelt versuchten, sich in der Fabrik zu verstecken und ersparte sich weitere erklärende Worte.

„Kümmern wir uns lieber um die da. Alles Andere klären wir später.“, schlug sie vor.

Riley nickte nur entschlossen und beide stürzten sich in den Kampf.

Versteckter Raum hinter den Bücherregalen, einige Minuten zuvor

Merinos beachtete Spike überhaupt nicht mehr, sondern war zu sehr mit seinem Triumph über den baldigen Tod der Jägerin beschäftigt.

Das machte den blonden Vampir noch wütender, als er ohnehin schon war.

Dieser aufgeblasene Bastard hatte es nicht anders verdient!

Als Merinos plötzlich wütend aufknurrte, weil dieser Loser von Exsoldat wieder aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte, sah Spike seine Chance gekommen. Bevor der Priester reagieren konnte, warf der blonde Vampir den Zaubertrank auf ihn. Merinos drehte sich überrascht um und grinste überheblich.

„Was soll das? Willst du mich etwa mit Zuckerwasser killen?“, höhnte er.

Spike wollte gerade seinen anonymen Pokerpartner verfluchen, als er bemerkte, wie Merinos’
Umhang Feuer fing. In Sekundenschnelle war der Priester in Flammen aufgegangen und verbrannt. Ein kurzer, überraschter Schrei entfuhr dem brennenden Vampir, bevor er nur noch ein Häufchen Staub war.

Spike grinste triumphierend.

„Tja, deinen exklusiven Club kannst du dir jetzt in die Haare schmieren. Ich hab’s mir anders überlegt.“, verabschiedete er sich von den Überresten des Priesters und verließ den Raum.

Die Lichtung im Wald, gleiche Zeit

Xander und Anya standen am Rand der Lichtung und beobachteten, wie das Steingebäude,
aus dem sie eben noch geflüchtet waren, entgültig einstürzte.

Zu ihrer Erleichterung erstarben auch die letzten Schmerzenschreie des Dämons.

Xander legte einen Arm um Anya und beide machten sich auf Weg zurück nach Sunnydale.

Ende
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