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..::Review 5 - Home Sweet Home::..
Heute ging die mittlerweile fünfte Folge der virtuellen achten Staffel online und diesmal wartete eine Folge der besonderen Art auf uns. Folge 5 war eine sehr schöne Charakterstudie vor allem über Faith und Andrew. Lest hier das offizielle Review und bildet Euch eine Meinung.
Schon Faiths Gedanken auf dem Weg nach Boston, an denen uns die Autorin teilhaben lässt, verheißen nichts Gutes. Als Buffy-Fans wissen wir, dass Faith in Boston aufgewachsen ist und ihre Kindheit alles andere als schön verlaufen ist. Wir wissen auch, dass ihre Mutter Alkoholikerin war, aber ihre Vergangenheit kennen wir nicht.
Die Ankunft in Boston und Faiths Gedanken wirken bedrückend und eine völlig neue Seite zeigt sich an Faith. Angst. Gut einmal haben wir sie wirklich ängstlich erlebt und das war als Kakistos hinter ihr her war. Doch auch damals konnte Faith wirklich nur über ihre Angst siegen, in dem sie sich ihr stellt. Genau diesen Eindruck gewinnt der Leser als den „Einzug“ ins Hotel mitverfolgt. Unsere dunkelhaarige Jägerin muss sich ihrer Angst stellen und sie schlussendlich auch überwinden.
Ein wenig Entspannung von dieser emotional erdrückenden Stimmung, bot der Schnitt nach Cleveland und zu Sam, Josh und Mara, die bei Dawn zu Besuch sind und über den Halloweenball reden. Eins kann ich euch jetzt schon verraten: Der Halloweenball wird in der kommenden Folge ein Thema sein. Die Szene, in der Andrew mit Schmollmund und Kostüm vor Dawn steht, sorgt dann wieder für ein Schmunzeln, kann man sich Andrew in seiner Dungeons & Dragons – Verkleidung noch allzu lebhaft vorstellen.
Buffys Überlegungen, ob sie für den Rat arbeiten soll oder nicht, erübrigen sich als sie ein Gespräch zwischen Giles und Lily belauscht. Lily wirft Giles indirekt Inkompetenz im Umgang mit Jägerinnen vor, als sie zu ihm sagt: „Oh ja!! Sieh dir Buffy an!!“ Genau dieser Vorwurf ist ein wunder Punkt bei Giles. Natürlich war seine Beziehung zu Buffy unorthodox, aber wir – die wir Buffy und Giles jetzt acht Jahre „kennen“ – wissen, wie oft gerade das innige Verhältnis der Beiden sowohl Buffy als auch Giles geholfen hat. Lily, die wie Giles schon richtig argumentiert hat, nichts weiter kennt als die Theorie und noch nie eine Jägerin betreut hat, kann sich natürlich nicht vorstellen wie das Jägerinnen/Wächter-Verhältnis sich in Wahrheit entwickelt. Übrigends muss Giles sich den Vorwurf zu emotional und nachsichtig in Bezug auf seine Jägerin immer von den Wächtern gefallen lassen, die vorher selbst nie eine betreut haben. Gwendolyn Post, Wesley, Quentin Travers.
Und gerade die Tatsache, dass Lily Giles offenbar versucht gegen Buffy aufzubringen, erweckt berechtigtes Misstrauen in der Jägerin.
Zurück zu Faith. Wir erleben einen Rückblick in Faiths Vergangenheit und sind schockiert. Nicht nur, dass ihre Mutter alkoholkrank war, sondern ihr Vater war gewalttätig. Die Beschreibung wie Faith ihre alkoholkranke Mutter ansieht und was dabei in ihr vorgeht, hinterlässt einen dicken Kloß in meinem Hals. Man kann sich gut vorstellen was in Faith vorgegangen sein muss und beginnt zu begreifen warum Faith ihre Gefühle nie so offen gezeigt hat. Gefühle zu zeigen hätte Schwäche bedeutet und gerade die wollte sie vor ihrem Vater, der sie ziemlich oft brutal geschlagen hat, nicht zeigen. Alle Reaktionen von Faith sei es nun Robin, Buffy oder jemand anderem gegenüber in Bezug auf Gefühle waren für Faith so eine Art Abwehrmechanismus. So auch als sie Finch ermordet hat und ihre Gedanken und das was in ihr vorging, niemandem anvertrauen wollte. Sie wurde einfach aggressiv. Aber dazu später mehr.
Kommen wir nun zu Andrew. Bisher habe ich diesen Charakter ja immer für undurchschaubar gehalten und nur schwer zu verstehen. Ich glaube seit der heutigen Folge kann ich Andrew und seine Sprache ein bisschen besser verstehen. Andrew und Xander sitzen auf der Couch und sehen sich eine Folge Babylon 5 an. Dabei erwähnt Andrew, dass es doch traurig sei, dass Sheridan nicht über Anna redet und alles nur verdrängt. Dabei fällt sofort auf, mit welchem Paar das seine Parallelen zieht. Mit Anya und Xander. Die meisten Leute sehen in Andrew nur den Comicfreak ohne jegliches Gefühl für die Realität, doch in Wahrheit möchte er nur über Anya sprechen und Xander so helfen über ihren Tot hinweg zu kommen, aber ihm fällt es schwer Dinge wie Probleme oder seine Gefühle anzusprechen ohne dabei nicht die Analogie einer Fernsehserie zu benutzen. Gleiches zeigte sich auch schon einem Gespräch mit Dawn wo er die Batman und Robin-Analogie verwendet hat. Er besitz also durchaus viel Feingefühl für das was um ihn herum vorgeht nur fällt das keinem innerhalb der Scoobie-Gang auf.
Zurück zu Faith und zum Abschluss der heutigen Folge und Charakterstudie. Faith stellt sich im Krankenhaus, in das ihre Mutter dank ihrer jahrelangen Alkoholsucht eingeliefert wurde, die Frage warum sie sich von der Ärztin in das Krankenzimmer führen lässt obwohl alles in ihr sich dagegen sträubt. Die Antwort folgt auf dem Fuße und ist zugleich auch die Antwort darauf, warum Faith ihre Mutter überhaupt aufgesucht hat. Sie wollte abschließen. Die ganzen Jahre lang hat sie ihrer Mutter die Schuld gegeben. An allem. Den Mord an Finch, daran dass sie böse wurde. Immer hatte ihre Mutter Schuld und ständig hatten die Erinnerung an ihre Kindheit an ihr genagt ohne, dass Faith die Möglichkeit hatte, mit diesem Kapitel abzuschließen. Erst als sie sich von ihrer Mutter im Krankenhaus endgültig verabschiedet hat, kann für Faith ein neues Leben beginnen.
Fazit: Die Folge hatte keine spektakulären Kämpfe zu bieten oder eine apokalyptische Schlacht. Hier ging es einfach um eine junge Frau, die lange Zeit vor ihrer Vergangenheit und vor ihren Gefühlen davon gelaufen ist. Sowohl die Umsetzung als auch die Art wie mit Faiths Vergangenheit umgegangen wurde, sind mehr als gelungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Joss irgendetwas anders gemacht hätte. Daher fünf von fünf Punkten von mir.
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