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P-News ver. 1.16
Thema: Review von Tamara
Autor: Mel |
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Das erste Review zu "Betrayed Ones" geht auf unserer Seite online...
Fortsetzung.. REVIEW ZU PROJEKT8.17 „BETRAYED ONES“
Wieder einmal drei Wochen vergangen – und eine neue Folge der virtuellen achten Buffy-Staffel steht an. Dass die neueste Episode zum größten Teil Lily und ihren Machenschaften gehört, ist wohl schon allein angesichts des Titelbilds kein großes Geheimnis mehr. Aber beginnen wir von vorne...
Der Anfang der Episode zeigt Lily, die in England im Rat der Wächter die Anderen gegen Giles aufhetzt und es, dank ihrer perfekten Redekunst, gemäß ihrem Plan schließlich schafft, einen Misstrauensantrag durchzusetzen. Das hat zur Folge, dass Buffys Wächter für eine unbestimmte Zeit vom Rat ausgeschlossen wird. Die Szenen mit Lily sind sehr gut geschrieben und lassen sogar etwas unter die Fassade der Wächterin blicken – und diese beginnt bereits zu bröckeln. Doch trotz ihrer scheinbar ziemlich ernst gemeinten Liebe zu Giles hält Lily ihr Netz aus Lügen und Betrug aufrecht und verletzt damit denjenigen, den sie liebt, am Meisten. Untermalt wird das Ganze durch die tiefsinnigen Gedanken Lilys, die sich um Lügen drehen und sich wie ein roter Faden durch den Rest der Folge ziehen. Ein sehr guter Einfall, sowohl in der Idee als auch in der Durchführung!
Die nächste Szene lässt den Leser Willow begleiten, die eine erschreckend reale Vision empfängt, diesmal allerdings unpassenderweise direkt im Hörsaal ihrer Uni. Sie muss sogar Blut spucken und landet schreiend auf der Treppe, dennoch wird sie von ihren Kommilitonen nur ausgelacht. Frustriert folgt die junge Hexe Giles’ Bitte und macht sich wie die anderen Scoobies auch auf den Weg zu ihm. Scheint so, als würde ihr dieses Hüterinnen-Ding zunehmend über den Kopf wachsen...
Während Lily in England noch an ihrer Rede für das Willkommensfest arbeitet, und versucht, ihre Gefühlswelt zu sortieren, sind im Scooby-Meeting alle bestürzt über die neuesten Entwicklungen. Doch viel mehr, als der Versuch, unter anderen Wächtern in aller Welt Verbündete zu finden, fällt ihnen auch nicht ein.
Es folgt eine kurze Szene mit D’Hoffryn und dem Läufer des Hto’Grom-Clans, Kan Hsirg. Dieser will einen Krieg gegen den Dämon Malkuth führen. Den Herrscher von Arasmaharr scheint allerdings im Moment nichts Anderes zu interessieren als sein Kuchen. Wozu sich mit kleinen Dämonen herumärgern? Hier ist das Gespräch über Rache sehr nett. Bleibt nur noch zu rätseln, welche Frau D’Hoffryn letztendlich meint...
Das darauffolgende Buffy/Giles-Gespräch ist auch sehr goldig, zeigt es doch, dass der Bruch zwischen Wächter und Jägerin weitgehend gekittet ist. Giles offenbart Buffy hier, dass er mit Lily verlobt war, was die ganze Sache für ihn natürlich noch schmerzhafter macht. Doch Buffy kann ihn aufgrund ihrer Vergangenheit ja ziemlich gut verstehen... Die kleine Referenz an Angel wird später noch aufgegriffen werden. Aber jetzt ist der Plan, verbündete im Kampf gegen Lily zu finden, erst einmal wichtiger... und Andrew hat auch schon eine witzige Idee, er zerrt nämlich ein Risikobrett und ein altes Konzertposter aus Giles’ Keller. (Was sich da so alles finden lässt... J ) Das hilft ihnen zwar bei der fantasievollen Planung, aber trotzdem sieht es für die Gang eher schlecht aus. Doch es gibt Neuigkeiten über die mysteriösen Reiter: Sie tragen die vier Elementarkräfte in sich, was eindeutig mit den Naturkatastrophen zusammenhängt, die zur Zeit die Welt ins Chaos zu stürzen drohen. Und ihr Auftrag ist die Reinigung der Erde von allem Bösen... und zurück bleibt nichts als die reine Erde!
Der durchaus nachvollziehbare Einwand von Xander, damit stünden die Reiter ja wohl irgendwie auf ihrer Seite, wird von Giles resolut abgewürgt: Die Vier wurden vor Urzeiten mit Hilfe von Magie verbannt, und wenn sie keine Bedrohung für das Gute darstellen würden, gäbe es dann ja auch wohl kaum einen Grund sie wegzusperren, oder?!
Erstaunlich und unglaublich spannend, wie sich die Geschichte um die vier Reiter immer mehr verdichtet und sowohl Seitenhiebe auf die Visionen der Jägerinnen, als auch auf Buffys Erlebnisse auf ihrer Weltreise setzt. Allein für die Idee sollte das P8-Team eigentlich schon einen Orden bekommen J
Und auch die Angel-Fans dürfen jetzt aufhören zu zittern, denn das bis jetzt totgeschwiegene Telefonat mit dem smarten Vampir wird endlich erwähnt, und auch seine Rolle als potenzieller Verbündeter kommt zur Sprache. Doch Giles schlägt diesen Vorschlag sofort in den Wind: Angel könnte man ja vielleicht vertrauen, aber da er jetzt bei Wolfram & Hart arbeitet, scheint das irgendwie keine gute Idee. Obwohl sie es verstehen, trifft das die Scoobies härter als sie vielleicht zugeben wollen. Ja, es ist durchaus einzusehen, aber für Leser, die dank Pro7 nicht so ganz mit den Entwicklungen bei Angel vertraut sind, ist das Ganze leider erneut etwas schwierig zu verstehen. Trotzdem erfreut es, dass das Ex-Mitglied der Scooby-Gang nun endlich zur Sprache kommt.
Auch der geheimnisvolle Unsterbliche, von dem wir bestimmt noch nicht zum letzten Mal gehört haben, wird in Betracht gezogen, doch seinen Namen scheint er sich mit unzähligen Anderen zu teilen, also fällt dieser Vorschlag auch erst mal raus. Schade, aber wie gesagt, hoffen wir, dass das nicht der letzte „Auftritt“ des Lichtwesens bleibt!
Es folgt eine weitere heftige Diskussion zwischen Faith und Robin, der ihr deutlich zu verstehen gibt, dass sie alle einen Verlust erlitten haben und Faith lernen soll mit ihrer Trauer umzugehen. Die Szene ist so gut geschrieben, dass man sich in beide Parteien hineinversetzten kann. Der Leser versteht sowohl Faith, die völlig fertig ist, weil sie keine Rache üben und so ihre Trauer nicht überwinden kann, als auch ihren Freund, der ihr klarmachen will, dass vor lauter Schmerz den Rest einfach zu vergessen auch nicht die richtige Methode sein kann. Als der Wächter sie völlig entnervt zurücklässt, wartet Ronah mit einer Überraschung auf: Sie hat einen Freund, der sogar ganz nett zu sein scheint. Hier wird kurz an die Ereignisse mit dem jungfrauenmordenden Dämon von der letzten Folge gedacht, was zeigt, dass es zwischen den Beiden wohl noch nicht allzu sehr zur Sache ging.
Die nachfolgenden Szenen mit Lily gewähren erneut einen Einblick in die innerlich völlig zerrissene Wächterin. In einem Gespräch mit einem alten Freund offenbart sie, dass es für sie wahrlich nicht leicht ist, ihr Netz aus Lügen aufrecht zu erhalten, und sie Angst hat, darin ihr wahres Ich zu verlieren. Die folgende Rückblende zeigt Lily als kleines Mädchen auf, und verdeutlicht ein weiteres Mal, wie verbohrt die Mitglieder des Rates waren und vielleicht auch immer noch sind. Es gibt nur Schwarz oder Weiß für sie, Gut ist Gut und Böse ist Böse, Unterschiede werden grundsätzlich nicht toleriert. Doch trotzdem entscheidet sich die kleine Lily, eine Wächterin zu werden... was das für Folgen nach sich zieht, wissen wir ja. Lily ist wieder zurück in der Wirklichkeit jedenfalls fest entschlossen, die Ordnung wieder herzustellen, ganz im Sinne ihres Vaters. Sie weiß, dass sie die Zügel in der Hand hält und kann so durch subtile Drohungen und mit einer flammenden Rede scheinbar auch diejenigen überzeugen, die nicht von vornherein ihre Partei ergriffen hatten.
Als Nächstes begegnen wir Buffy, die zu mehreren Einsichten kommt: Erstens, findet sie, bräuchte sie dringend mal wieder einen Mann, nachdem ihr kein gelungener Kommentar auf die Neckerei des süßen Postboten einfällt. Eine verständliche Einsicht, ist das doch die erste Staffel, bei der Buffy nicht wenigstens jemanden im Auge hat, der als zukünftiger Freund herhalten könnte. Zweitens, stellt die Jägerin dank der Hilfe von dem nicht ganz unbekannten Dämonen Regil fest, wird ihre Post kontrolliert und ihr Telefon abgehört! Erschreckend, doch der Dämon kann ihr nicht mehr sagen. Dennoch bringt er sie auf ihre dritte Einsicht: Sie hat Mo, der ihr des Öfteren mit Informationen dient, bisher noch nicht wirklich große Dienste als Gegenleistung erbracht. Und Malkuth erwähnt Regil auch noch, bevor er davonzieht, nur kann Buffy damit ebenfalls sehr wenig bis gar nichts anfangen. Bleibt nur noch der Weg zu Giles, der die ganze Nacht damit zugebracht hat, Verbündete zu suchen, doch blieb die Suche bis jetzt recht erfolglos. Also hat der Wächter im Moment auch für Buffys Probleme wenig Zeit. Die Beiden geben sich vorerst damit zufrieden, dass Giles’ Telefon wanzenfrei ist; Buffy macht sich auf den Weg zu Mo und Giles hält am Telefon die Stellung.
Es folgen weitere Szenen und Flashbacks mit Lily, und Dawn, die beunruhigt feststellen muss, dass sie von einem Echsendämon beobachtet wird. Buffy ist derweil bei Mo, doch der kann ihr nur eine Adresse geben und hat anscheinend auch nicht die Absicht, vor ihr sein Privatleben auszupacken. In einem kleinen Frau-zu-Frau-Gespräch mit Faith, die Buffy zu der Adresse begleitet, offenbart die dunkelhaarige Jägerin danach, dass ihr Robin wirklich viel bedeutet, auch wenn es nicht immer danach aussieht. Und Buffy kommt ein weiteres Mal zu der Ansicht, dringend mal wieder einen Mann zu brauchen.
Die Jägerinnen finden in dem Club, den Mo angegeben hat, heraus, dass Tegul von der Fischfabrik dahinterstecken könnte. Dieser scheint entgegen aller Annahmen doch nicht erledigt zu sein, also nimmt Buffy den Vorschlag an. In der Wächterzentrale erfährt sie von Dawns Dämonenproblem und schmiedet einen Plan, um die lästige Organisation loszuwerden. Doch dafür sind weit mehr Jägerinnen nötig, als hier stationiert sind... Giles hat dafür endlich einen einzigen Verbündeten auf seiner Liste stehen, Charles Prescott, und Lily macht sich auf, um ein altes Orakel zu befragen. Dieses liefert einige interessante Antworten: Die Reiter suchen immer noch nach ihrem vierten Mitglied, das ihnen helfen wird, die alten Gesetze wiederherzustellen. Und was Buffy betrifft: Das Orakel teilt Lily mit, die Jägerin sei der Schlüssel, und schlägt vor, sie einfach gegen die Reiter antreten zu lassen, alles andere würde sich von selbst ergeben. Das bringt Lily auf den für mich durchaus nachvollziehbaren Schluss, die Linie der Jägerin würde sich mit Buffys Tod wieder schließen – denn schließlich war es ja die Jägerin, die den Anwärterinnen ihre Kräfte verliehen hatte. Interessant ist hier die Formulierung „Zurück blieb eine nachdenkliche Lily, die glaubte, sie habe das Orakel richtig verstanden“. Soll das etwa bedeuten, dass die ganze Geschichte von Buffy, die die Linie schließen wird, nur Hirngespinst einer alternden Wächterin ist, um es jetzt mal hart auszudrücken? Das wäre doch sehr schade, und außerdem würde der „Hauptjägerin“ eindeutig zuwenig Bedeutung beigemessen! Vorerst bleiben wir dann aber wohl bei Lilys Ansicht und können nur spekulieren...
Und die Spannung reißt auch weiterhin nicht ab. Nach einem kleinen Buffy/Giles-Vater/Tochter-Gespräch zeigt Lily etwas wahrlich erschreckendes: In einem alten Gebäude spritzt ein Wächter auf Lilys Anweisung hin sozusagen als Experiment einem Haufen voll junger Jägerinnen eine seltsame Flüssigkeit, die die Mädchen zu willenlosen Kampfmaschinen macht. War die ganze Handlung bis jetzt schon höchst interessant, so steigt die Spannung hiermit fast bis ins Unerträgliche. Auch die uns bekannte Emma gehört zu dem Projekt, des Weiteren eine Jägerin namens Dana, laut dem Wächter das Glanzstück unter den Mädchen. Lily scheint zufrieden zu sein, und außerdem noch einige Asse im Ärmel zu haben... Im Moment muss sie sich allerdings darauf besinnen, den Verräter zu entlarven, in unserem Fall Prescott. Wenigstens gesteht sie Giles die Jägerinnen zu, die Buffy braucht. Und sie wird ein weiteres Mal sentimental, ein Flashback aus Giles’ und ihrer Studienzeit. Man erkennt, dass die Wächterin auch damals schon wesentlich mehr auf den Rat fixiert war als ihr Ex-Verlobter. Wieder zurück im Jetzt weisen ihre Handlungen eine unglaubliche Skrupellosigkeit auf, denn sie lässt Prescott beseitigen und es wie einen Unfall aussehen, obwohl sie ihm zuvor versprochen hatte, ihn leben zu lassen. Es scheint zwei Sorten von Wächtern zu geben: die alte Fraktion, die immer das kleinere Übel wählt, dabei aber selbst Mord akzeptiert; und die modernen Wächter wie Giles, die auf Menschenrechte eingehen und den Kampf nie aufgeben. Leider überwiegt bisher bekanntlicherweise die erste Hälfte...
Buffy setzt derweil zum Rachefeldzug an. Obwohl es nicht einfach war, die Jägerinnen zu mobilisieren, macht sie sich mit ihnen auf den Weg zur Fischfabrik, sprengt dort die Lager in die Luft und bringt reihenweise Dämonen um die Ecke. Es wird knapp für Buffys kleine Truppe, doch sie schaffen es schließlich, unbeschadet zu entkommen. Und nicht nur das, denn Bufy kann sogar einen Waffenstillstand mit der Mafia durchsetzen! Aber Kennedy, die die zweite Truppe Jägerinnen angeführt hat, ist ziemlich sauer, und das zu Recht, denn für diesen Pakt mussten zwei der Mädchen sterben. Buffys Versuch, sich mit Ken auszusprechen, bleibt relativ erfolglos. Diese widmet sich lieber Willow, die wieder von beängstigenden Visionen geplagt wird. Auch Giles hat nichts zu lachen, als er von Prescotts Tod erfährt. Und Faith hat ganz andere Probleme, denn eine als Vampiropfer getarnte Rachedämonin mit dem klingenden Namen Gretchen (zu oft Faust gelesen?!) gewinnt Faith’ Vertrauen und ringt ihr fast einen Wunsch gegen ihre Erzfeindin Lily ab. Faith widersteht im letzten Moment, doch Gretchen erklärt ihr höhnisch, dass dies ihre letzte Chance gewesen wäre, Rache zu üben, und lässt die dunkelhaarige Jägerin völlig verstört zurück.
Eine der letzten Szenen der Folge zeigt Lily, die sich entschlossen hat, gemeinsam mit Kan Hsirg Malkuth zu bekämpfen. (Diese Frau scheint ihre Finger wirklich überall im Spiel zu haben! Stellt sich die Frage, ob ihr das irgendwann noch zum Verhängnis wird?)
Nächste Szene: Scheinbar eine Dämonendimension, und ein netter Filmzitate-Wettbewerb. Andrew und Warren? Und dann das fantastische Ende der Episode: Lilys dramatische Ansichten über die Lügen, die diese Welt allzu zahlreich bevölkern, verbunden mit kleinen Szenen, die unsere verzweifelten Protagonisten und ihre Gegenspieler zeigen. Wunderbar!
FAZIT:
Die Folge hat schon von Anfang an einen sehr guten Schreibstil und weist hohe Qualität auf.
Großes Lob an die Autoren! Ihr leistet alle ganze Arbeit und habt einen fast schon erschreckenden Ideenreichtum J
Die Folge ist insgesamt sehr Buffy-like und lässt alte sentimentale Erinnerungen aufleben. Die Handlung um Lily ist unglaublich dicht angelegt und scheint noch so einige Überraschungen zu bergen. Faith’ Ablehnung zeigt deutlich, dass sie zu einer erwachsenen Frau geworden ist, die vernünftig für sich selbst entscheiden kann. Und die Beseitigung der Organisation ist ebenfalls ein wichtiger Schritt. Aber Buffy, die Titelheldin, scheint im Moment etwas zu kurz zu kommen, und auch auf größere Handlungen in Bezug auf Xander und Andrew wird verzichtet. Hoffen wir, dass wenigstens Buffy eine eigene Folge bekommen wird (so wie wir die Serie bisher kennen ist das das staffelfinale...)!
Und es werden einige Fragen aufgeworfen: Was will Lily mit ihrem Experiment bezwecken? Was haben die rätselhaften Andeutungen des Orakels zu bedeuten? Und wie bald werden die Reiter ihren vierten Mann finden... bzw. was hindert sie momentan daran?
Alles in Allem Viereinhalb von Fünf Punkten, für den guten Schreibstil, eure Ideen, und dafür, dass ihr es Joss gleichtut und eure Staffel so beängstigend dicht anlegt!
Lg
Tamara
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Datum:
01.09.2004 | 09:50 |
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